Euro Moto Superbike
Der geheimnisvolle Fehler an Tulovics Ducati bei der Euro Moto in Brünn
Beim Auftakt des Pro Superstock 1000 Cup bei der Euro Moto in Brünn gelangen dem Ex-IDM-Superbiker Paul Fröde auf Honda ein Sieg und ein zweiter Platz. Comeback in der Top-Klasse sieht er kritisch
Paul Fröde hat fast alle Stationen des deutschen und teilweise internationalen Nachwuchsrennsports durchlaufen. 2020 wurde er Meister in der nur in jenem Jahr einmal mit dem höchsten nationalen Prädikat ausgetragenen Superstock 600 Meisterschaft. 2022 und 2023 versuchte er sich mit Honda und Unterstützung des Teams Holzhauer Racing Promotion in der IDM Superbike, wechselte danach aber, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, in den deutlich preiswerteren Pro Superstock 1000 Cup. Mit einer betagten Honda schaffte er die letzten beiden Saisons mehrere Achtungserfolge und beendete sie zunächst auf Platz 6 und voriges Jahr hinter dem 100-Prozent-Rennsieger Ricardo Brink auf BMW als Vize-Meister.
Dennoch war es keine Selbstverständlichkeit, dass er beim diesjährigen späten Saisonauftakt des Pro Superstock 1000 Cup im Rahmen des zweiten Euro Moto-Events der Saison und der Geschichte auf dem tschechischen Grand Prix-Kurs in Brünn und weiter auf einer Honda gleich einen Sieg sowie einen zweiten Platz feierte.
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com resümierte er anschließend dazu: «Ich war das erste Mal nach neun Jahren wieder auf der Strecke. Zuvor war ich zuletzt mit der Moto3 da. Da habe ich natürlich erst einmal ein bisschen gebraucht, um mich mit der 1000er an die Strecke zu gewöhnen. Summa summarum war es aber ein super Wochenende mit tollem Wetter und meinen Erfolgen. Ich bin das erste Mal im Pro Superstock Cup aus der ersten Reihe gestartet, habe das erste Mal ganz oben gestanden und das Ganze mit einem zweiten Platz abgerundet. Es geht fast nicht besser.»
Dabei ist das alte Lied, dass große Erfolge mit einer 1000er-Honda aktuell eher schwierig sind. Dazu merkte er an: «Naja, ich habe dieses Jahr das aktuelle Modell, das deutlich besser als meine alte Honda mit dem Baujahr 2020.» Die Unterschiede mit der neuen CBR 1000 RR-R sieht er bei der Motorcharakteristik und am Fahrwerk. «Das ist das, was am meisten gebracht hat. Die Fahrbarkeit hat sich deutlich verbessert.»
Und hat der Fahrer auch einen weiteren Schritt gemacht? «Das ist immer schwer zu sagen. Ich bin jedenfalls nicht schlechter geworden. Sagen wir es mal so.» Etwas konkreter zu seiner Vorbereitung erklärte er: «Ich habe nichts großartig anders gemacht als die letzten Jahre. Die Vorarbeit auf die Saison war im Wesentlichen der Aufbau des neuen Motorrades und es fahrbar zu bekommen. Die Tests liefen dann auch super, und das hat sich nun beim ersten Rennen widergespiegelt.»
Die Mehrzahl der Tests beschränkte sich allerdings auf die Anzahl der Tage, denn zumindest mit dem neuen Motorrad war er nur einmal in Most für zwei Tage. Zuvor hatte er einmal mit seinem alten Bike in Misano den Winterrost abgeschüttelt. Das bedeutet, dass er für den nächsten Euro-Moto-Lauf vom 26. bis 28. Juni in Most ebenfalls gut gerüstet sein dürfte. «Im besten Fall ja. Ich denke schon, dass es da wieder funktionieren wird.»
Klar, dass mit dem jüngsten Erfolg im Rücken die Ansprüche und Ziele steigen dürften, doch diesbezüglich wiegelt er ab: «Naja, man muss natürlich ein bisschen taktieren, denn ab diesem Jahr haben wir eine Balance-of-Power-Regelung. Das bedeutet: Wenn ich einen Doppelsieg mache, bekomme ich fürs nächste Rennen Drehzahl weggenommen. Ob und in welcher Form man dadurch taktiert, sei mal dahingestellt. Man hat es aber zumindest mal im Kopf. Meine Zielsetzung ist, genauso weiterzumachen wie ich jetzt angefangen habe und ab Mitte der Saison schauen, wo man steht.»
Damit der Begleitumstände des eventuellen Erfolges aber nicht genug. «Das grundprinzipielle Ziel ist, den Cup dieses Jahr zu gewinnen. Dann kommt aber das nächste Problem auf mich zu. Denn wenn ich den Cup gewinnen sollte, darf ich nächstes Jahr nicht wieder mit Honda in dem Cup fahren. Ich müsste also das Fabrikat wechseln, doch daran habe ich natürlich kein Interesse. Nun muss ich also schauen, wohin es mich nächstes Jahr verschlagen würde, wenn es denn so wäre.»
Eine Alternative wäre natürlich die Euro Moto Superbike. «Wir haben jetzt erst mal Anfang der Saison, da will ich noch nicht über nächstes Jahr reden. Der Aufbau des Motorrades hat ja auch ein paar Pfennige gekostet. Das Bike habe ich von Honda Deutschland bekommen, wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Ohne Honda und Holzhauer Racing Promotion würde bei mir nicht viel funktionieren.»
Paul Fröde (Honda CBR1000RR-R) – 45 Punkte
Max Zachmann (BMW M 1000 RR) – 36 Punkte
Sheridan Morais (Ducati Panigale V4R) – 35 Punkte
Dominik Blersch (BMW M 1000 RR) – 26 Punkte
Ouri Bikkems (BMW M 1000 RR) – 26 Punkte
Manuel Schoewer (BMW M 1000 RR) – 22 Punkte
Marc Neumann (BMW M 1000 RR) – 18 Punkte
Michael Ghilardi (Yamaha YZF-R1) – 16 Punkte
Luca Felde (BMW S 1000 RR) – 14 Punkte
Thijs Peeters (BMW M 1000 RR) – 11 Punkte
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