Euro Moto Superbike
Schleiz: Racing-Rentner Jörg Teuchert fährt mit der Yamaha R1 aufs Podest
Bevor es für den Führenden der Euro Moto Superbike in Oschersleben weitergeht, staubte er noch zwei Pokale in Misano bei der Italienischen Meisterschaft CIV ab.
«Ich bin sehr stolz auf meinen Fahrer», erklärte Tulovics Euro-Moto-Teamchef Matthias Moser nach dessen Zieldurchfahrt im italienischen Misano. Dass man mit einem IDM-Titel, wie ihn Lukas Tulovic im Vorjahr geholt hat, nicht wirklich viel anfangen kann, ist kein Geheimnis. Auch ein Titel im IDM-Nachfolgemodell, das zwar Euro Moto heißt, aber in dem nicht die geplante Europameisterschaft drinsteckt, würde sich im Lebenslauf gut machen, doch der Sprung in Richtung WM gelingt damit allein nicht.
Da weder ein fetter Lotto-Gewinn winkt und auch Sponsoren nicht Schlange stehen, die eine nicht gerade kleine Mitgift, welche für einen WM-Einstieg nötig wäre, anbieten, tingelte Tulovic vor dem nächsten Euro-Moto-Event am kommenden Wochenende in Oschersleben zur Italienischen Meisterschaft auf die WM-Strecke von Misano. Dort stieg er auf eine Ducati V4S und auch der ganze Rest war Neuland: Das Team Bmax Racing, die Dunlop-Reifen, die Motec-Einheitselektronik und das erste Rennen am Samstag um 21.30 Uhr.
Im ersten Qualifying gondelte Tulovic noch auf Platz 11 herum, doch er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und holte sich im Abschlusstraining Startplatz 4. Im Ziel landete der Ducati-Pilot bei seinem ersten Rennen auf Platz 3. «Erstes Rennen in der CIV, erstes Podium», so sein Kommentar. «Nach anfänglichen Führungskilometern konnte ich die Pace an der Spitze nicht ganz mitgehen. Dafür war alles noch zu neu, mein Fahrstil nicht perfekt für die Dunlop-Reifen und das Setup noch nicht optimal. Aber Ziel erreicht mit dem Podium.»
Den ersten Lauf am Samstagabend hat Alessandro Delbianco gewonnen. Der Yamaha-DMR-Racing-Pilot konnte das begehrteste Rennen des Jahres in der Dunlop CIV für sich entscheiden, das zuvor stets von Michele Pirro gewonnen worden war. Delbianco sicherte sich den Sieg mit einem Vorsprung von über 2 sec vor einem wiedererstarkten Michael Rinaldi, der Zweiter wurde und endlich wieder in die Spitzenränge zurückkehrte. Rinaldi konnte zudem die schnellste Runde mit 1:36,095 min feiern. Das Podium komplettierte Lukas Tulovic, Rinaldis Teamkollege im Team Bmax Racing Ducati.
Im Rennen 2 drehte Tulovic den Spieß um. Bereits in der ersten Runde gab es eine überraschende Wendung, nach seinem Triumph bei der Racing Night am Samstag stürzte Delbianco. Daraufhin entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den beiden Fahrern des Team Bmax Racing Ducati um den Sieg, in dem sich schließlich Tulovic durchsetzte, gefolgt von Rinaldi auf Platz 2. Den dritten Rang belegte auf Aprilia Luca Bernardi.
Das Regelwerk in der Italienischen Meisterschaft CIV ist stark an die Standard-Varianten der Hersteller angelehnt, in der Euro Moto fährt Tulovic mit einer Ducati V4R. «Der Unterschied ist deutlich», erklärte er gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die R hat einen anderen Motor, das Renngetriebe, eine andere Aerodynamik und noch viele anderen Kleinigkeiten.» Fleißig umgebaut werden musste stets vor den Abendtrainings und dem Nachtrennen am Samstag. Denn Flutlicht war zwar vorhanden, doch nicht im ausreichenden Maß, daher wurde immer termingerecht die Lampe vorne ab- und später wieder dranmontiert, um das eine oder andere Kilo bei den Tagessitzungen zu sparen.
«Beim Nachtrennen am Samstag war gut was los auf den Rängen», so Tulovic. «Vor allem die Tribünen im letzten Abschnitt waren voll.» Mit Michael Rinaldi hatte der 26-Jährige einen ehemaligen WorldSBK-Piloten an seiner Seite. Die Zusammenarbeit beschränkte sich allerdings auf wenige Unterhaltungen. «Meinen Sieg im zweiten Rennen fand er glaube ich nicht so toll.»
Immerhin konnte sich Tulovic mit seinen Erfolgen gut in die Köpfe einiger Ducati-Entscheider hineinfahren. «Das wurde merklich positiv wahrgenommen», freute sich der Deutsche, dessen Plan, sich auf einer anderen Bühne als der der Euro Moto zu beweisen, voll aufgegangen ist. «Mein erster Ausflug hat Wirkung gezeigt und es haben alle wichtigen Leute bei Ducati gesehen und fanden meine Vorstellung gut.» Tulovic wird auch beim Finale der Italienischen Meisterschaft, das im Oktober in Vallelunga stattfindet, wieder dabei sein, um die Erinnerungen an ihn vor der Winterpause aufzufrischen.
Ob seine starken Leistungen genügen, um sich für die Weltmeisterschaft zu empfehlen, darf bezweifelt werden. Denn im Aruba-Werksteam, bei Barni, Advocates und Marc VDS kommt er nicht in Frage. Und die restlichen Ducati-Teams Motocorsa, Go Eleven und MGM rufen eine Mitgift von mehreren hunderttausend Euro auf.
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