Werbung
Kompressor-Power: Kawasaki Ninja H2 kehrt zurück
Kawasaki baut mit dem 1000er Kompressor-Vierzylinder wieder ein Sportmotorrad mit Strassenzulassung. Und auch die völlig unvernünftige H2R mit mehr als 300 PS wird wieder gebaut.
Mit der straßenzugelassenen Kawasaki Ninja H2 und der ausschließlich für die Rennstrecke konzipierten Ninja H2R setzte Kawasaki vor rund zehn Jahren ein technisches Ausrufezeichen. Beide Modelle wurden auf Anhieb zu Ikonen und demonstrierten eindrucksvoll die gebündelte Ingenieurskompetenz der Kawasaki Gruppe.
An ihrer Entwicklung waren nicht nur Motorrad-Ingenieure beteiligt. Auch Spezialisten aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Gasturbinentechnik brachten ihr Know-how ein. Das Ergebnis waren außergewöhnliche Motorräder mit Kompressoraufladung.
Seit 2021 bot Kawasaki das Sportmotorrad Ninja H2 nicht mehr an, weil auf jenes Jahr strengere Abgasnormen in Kraft traten, welche dieses Modell nicht erfüllte. Aktuell hat Kawasaki zwei strassenlegale Modelle mit dem aufgeladenen 1000er Vierzylinder im Angebot, den unverkleideten Roadster Z H2 und den Sporttourer Ninja H2 SX. Deren Motor ist identisch und leistet in beiden Modellen 200 PS bei 11.000/min. Die Ninja H2 hatte damals 231 PS bei 11.500/min.
Zum Modelljahr 2027 kehrt die Kawasaki Ninja H2 in einer umfassend weiterentwickelten Version zurück. Kawasakis Kompressor-Flaggschiff wurde gezielt an die heutigen Anforderungen angepasst und in zahlreichen Bereichen optimiert. Mehr Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich trifft auf den unverwechselbaren Leistungsschub bei hohen Drehzahlen – eine Kombination, die der Kawasaki Ninja H2 ihren einzigartigen Charakter verleiht.
Im Mittelpunkt steht weiterhin der außergewöhnliche Motor. Auch wenn das Triebwerk äußerlich an das bisherige Modell erinnert, wurde technisch nahezu jeder wichtige Bereich überarbeitet. Das Verdichterrad des Kompressors und das Ansaugsystem wurden vollständig neu konstruiert. Neu sind außerdem Kolben, Zylinderkopf, Zylinder, Kurbelwelle und Nockenwellen. Hinzu kommen neue Drosselklappengehäuse, eine neue Abgasanlage sowie überarbeitete Getriebeübersetzungen. Auch die Abgasanlage wurde neu entwickelt. Optimierte Rohrdurchmesser, eine überarbeitete Vorschalldämpfer-Konstruktion und ein kompakter Endschalldämpfer reduzieren das Gewicht. Gleichzeitig trägt das neue System zu einem höheren Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich bei.
Die Gretchenftrage nach Leistung und Drehmoment beantwortet Kawasaki mit 200 PS bei 11.000/min und 135 Nm bei 8500 /min. Damit entspricht die Leistungsangabe jener des Roadsters Z H2 und des Sporttourers Ninja H2 SX, beim Drehmoment gibt Kawasaki für die Ninja H2 gar 2 Nm weniger an. Für Leistungsfetischisten ein furchtbarer Schock, den das Versprechen von 209 PS bei vollem Ram-Air-Staudruck nur unwesentlich mildert.
Immerhin wird die Ninja H2 als erstes Kawasaki Modell mit den Brembo Hypure Bremssättel ausgestattet. Sie kombinieren geringes Gewicht mit einem präzisen, linearen Ansprechverhalten. Wie beim Vorgängermodell ist das Chassis ein Gitterrohrrahmen. Beim Fahrwerk setzt Kawasaki auf hochwertige Komponenten. Vorn arbeitet eine KYB AOS-II Gabel, hinten ein Öhlins TTX36 Federbein, assisitiert von einem elektronischen Lenkungsdämpfer, ebenfalls von Öhlins.
Auch im Cockpit präsentiert sich die Ninja H2 weiterentwickelt und bietet im Display zwei wählbare Darstellungsvarianten. Display Typ 1 orientiert sich gestalterisch an der Silhouette der Luftkanäle. Display Typ 2 rückt die Kompressoraufladung stärker in den Mittelpunkt und ergänzt die Anzeige um von der Luftfahrt inspirierte Darstellungen für Schräg- und Fahrzeuglage.
Hinzu kommt ein umfangreiches Paket elektronischer Assistenzsysteme. Dazu zählen unter anderem die überarbeitete Traktionskontrolle KTRC und die Launch Control KLCM. Über die Kawasaki Rideology App lässt sich zudem das Smartphone mit dem Motorrad verbinden.
Neben der Ninja H2 wird auch die limitierte Ninja H2 Carbon wieder angeboten. Sie verfügt über eine obere Verkleidung aus hochfestem und besonders leichtem CFRP (Carbon Fibre Reinforced Plastic). Die Carbon-Edition wird als erste Produziert und ist schon ab Oktober für 32.500 € zu haben, das Standardmodell Ninja H2 verfügbar ab April 2027 gegen eine Kompensation von 32.500 €.
Die erlösende Nachricht für alle Leistungsfetischisten haben wir uns zum Schluss aufgehoben: Es gibt wieder eine ausschliessich für Rennstreckeneinsatz entwickelte Kawasaki Ninja H2R mit 310 PS bei 14.000/min! Die noch bessere Nachricht: Mit Ram-Air sind es sogar 326 PS, und auch das Drehmoment von 165 Nm bei 12.5000/min ist eine Nachricht, die träumen lässt von einer Brachialbeschleunigung über die Zielgeraden dieser Welt, der kein anderes Motorrad folgen kann. Dafür sind 58.000 € angemessen. Die Auslieferung erfolgt rechtzeitig zur Trackday-Saison im Frühling 2027.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach