Logistik-Herausforderung «Madring»: Lange Wege, viel Platz und alles neu
Vergangenes Wochenende war am Madring alles neu für die Formel 1: Neue Rennstrecke, neue Wege, neue Routinen. Das große Messegelände wirkt wie ein Glücksfall für die Logistik – oder?
«Es ist alles so riesig hier», war vermutlich der am meisten gesagte Satz am Wochenende auf dem Madring. In der Tat ist das Fahrerlager der neuen Rennstrecke im Nordosten von Madrid ein ganz Besonderes: Platz ist auf Streckengelände nahe des Flughafens Barajas mehr als genug.
Die Rennstrecke Madring ist nämlich teilweise auf einem Messegelände entstanden. Entsprechend wurden mehrere Messehallen auch für die Unterbringung der Formel 1 genutzt. In mehreren riesigen Hallen waren die Trucks der meisten Teams geparkt, die jedes Rennwochenende auf der Rückseite der Garage stehen, also quasi auf der Rückseite der Boxengasse (einige Team standen mit diesen Trucks aber auch draußen). Auch wir Journalisten waren mit unserem Pressezentrum in einer Messehalle untergebracht. Entsprechend weit waren die Wege zwischen Pressezentrum, Garagen und den Hospitality-Bereich der Teams, die wieder in einer anderen Ecke des Geländes untergebracht waren, weil die mehrstöckigen Gebäude nicht in die Hallen gepasst hätten.
Man ging definitiv viel zu Fuß am Madring-Wochenende, jeder spulte den Tag über fleißig seine Kilometer ab. Schrittzählervergleiche waren ein täglicher Wettbewerb (40.000 Schritte war meines Wissens Rekord!). Diese Ausgangslage mit großen Messehallen und viel Raum klingt für die Teams und ihre Logistiker aber eigentlich nach einem Traumszenario: Viel Platz für all die temporären Gebäude, die es für ein Rennwochenende braucht, und die Aufbauarbeiten – das Kontrastprogramm zu Monaco, wo alles so eng gedrängt ist, dass kaum etwas ins Paddock passt und die Ein- und Ausfahrt der Trucks streng nach Zeitplan gehen muss. Oder?
Madrid war eine andere Herausforderung
SPEEDWEEK.com fragte nach bei Ed Hemsworth, der als Race Team Coordinator die Logistik für Red Bull Racing managt. Hemsworth zur Premiere auf dem Madring: «Es ist hier definitiv noch mal eine andere Herausforderung gewesen. Wir haben Monaco so oft gemacht, dass wir wissen, wie es läuft. Es immer schwieriger, wenn man irgendwo hinkommt, wo man noch nicht gewesen ist.»
Die Rennstrecke in Madrid ist komplett neu gebaut worden, wurde erst wenige Wochen vor dem ersten GP dort fertig. Viele Journalisten und Teams nutzten das Barcelona-Rennen Mitte Juni für einen Abstecher nach Madrid. So auch Hemsworth: «Ich war nach dem Rennen in Barcelona hier und habe mir schon mal alles angeschaut. Es sah alles anderes aus als jetzt.» Da war die Strecke nämlich noch eine Baustelle.
Fairness geht über Platz
Hemsworth: «Wir hätten gern alle unsere Trucks reingebracht und hätten mehr Platz gehabt, aber es muss fair zwischen alles Teams sein und alle Teams müssen die gleiche Menge Platz haben.» In den Hallen war viel Leerfläche – aber es muss eben auch fair sein. Später kamen noch allerlei Sitzbereiche und Foodtrucks zu den Teams in die Hallen.
Hemsworth: «Wir haben definitiv viel fürs nächste Jahr gelernt. Es sind immer kleine Dinge, die man dazulernt wie zum Beispiel Trucks, die man andersrum hätte besser parken können, damit man sie am Sonntag besser rausbekommt, all sowas. Wir haben zum Glück diesmal keine Hektik, die Strecke zu verlassen, weil wir am Ende eines Double-Headers sind. Aber jede Strecke hat ihre Herausforderungen und Vorzüge.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach





