Max Verstappen aus Sicht von Jacques Villeneuve: «Mental am falschen Ort»
Der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen konnte in der Qualifikation zum China-GP nicht mehr herausholen als Startplatz 8. Sein Weltmeister-Kollege Jacques Villeneuve macht sich Sorgen.
In den vergangenen Jahren haben wir das recht oft erlebt: Red Bull Racing tat sich mit der Abstimmung des Autos im Training schwer, Max Verstappen musste einige Male aus schwieriger Ausgangslage starten, aber dann konnte der Niederländer im Rennen vorrücken, auch dank einem Durchbruch mit dem Set-up vor der Quali.
Das ist vor dem Grossen Preis von China 2026 nicht passiert, und Besserung ist nicht in Sicht, erkennt der Kanadier Jacques Villeneuve, Formel-1-Champion von 1997. Verstappen hatte mit seinem störrischen Rennwagen alle Hände voll zu tun und machte nach der Quali kein Geheimnis aus den grossen Problemen.
Der 71-fache GP-Sieger moniert die mangelnde Fahrzeugbalance, und in Sachen Reifenverschleiss schaut es für den Grand Prix auf dem Shanghai International Circuit düster aus.
Der 54-jährige Villeneuve, als GP-Experte für die Kollegen von Sky nach Shanghai geflogen, macht sich Sorgen um den Niederländer. Und der elffache GP-Sieger glaubt nicht, dass Verstappen so mir nichts, dir nichts das Ruder herumreissen kann.
Villeneuve erklärt: «Im vergangenen Jahr hatten sie ein Auto, das auf Max und seinen Fahrstil reagierte. Klar war es in der Regel etwas langsamer als der McLaren, aber Max und seine Mitarbeiter konnten es feinjustieren. Den Rest erledigte dann Verstappen mit seiner überragenden Fahrkunst.»
«Jetzt wirkt das ganze Team ein wenig orientierungslos. Ich glaube, Max bekommt zu wenig Feedback vom Rennauto. Er tappt im Dunkeln, was da los ist – er merkt nur, dass der Wagen praktisch unfahrbar ist. Er weiss nicht so recht, was er damit anfangen soll, und das frustriert ihn. Er scheint mir derzeit mental am falschen Ort zu sein.»
«Aus dieser Ausgangslage wird es sehr schwierig für das Team, einen Sprung nach vorn zu machen. Aber die Mannschaft hat sich im Laufe der vergangenen zwölf Monate verändert. Sie haben drei markante Führungspersönlichkeiten verloren: Adrian Newey, Christian Horner und Helmut Marko. Das waren für mich die Stützpfeiler des Teams. Es drängt sich die Frage auf: Fangen sie jetzt an, den Preis für diese Veränderungen zu zahlen?»
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