Peter Aicher: Legendäre Storys zu den Motocross-Events in Schwanenstadt
Die Familie Aicher prägte in Schwanenstadt über Jahrzehnte die Grand-Prix-Events im Motocross. Deshalb gibt es auch unzählige spannende Geschichten aus dem Hintergrund.
Die einstige WM-Strecke in Niederholzham bei Schwanenstadt in Oberösterreich war über viele Jahre lang fixer Bestandteil im Kalender der Motocross-WM. Bis 2005 wurden auf der schnellen Naturpiste WM-Rennen ausgetragen, Höhepunkt war 1993 das Nationencross mit dem Sieg der USA. Am vergangenen Wochenende kehrte Schwanenstadt nach sieben Jahren Pause wieder in den Kalender der österreichischen Meisterschaft zurück und bekam viel Lob von den jungen Fahrern, die solche Naturpisten teils nur noch vom Hörensagen kennen. Dazu wurde auch der European Classic MX-Cup gefahren.
Das Veranstalter-Team des MSV Schwanenstadt um Peter Aicher, dem Sohn von Klubgründer Willi Aicher, hat ganze Arbeit geleistet. Die Aichers haben auch viele unterhaltsame Storys aus vergangenen Epochen aufzuwarten. Peter Aicher erinnert sich besonders gern an das MXoN 1993. «Wir haben damals im Ort eine Parade mit Fuhrwerken abgehalten. Jedes Team sollte mit einem Fuhrwerk eine Parade fahren, aber wir hatten mehr als 30 Nationen und nur vier Fuhrwerke. Also musste das Fuhrwerk immer hinter dem Marktplatz über eine Nebenstraße wieder zurück zum Beginn eilen.»
Auch das Quartier des Teams USA um die Asse Jeremy McGrath, Jeff Emig und Mike Kiedrowski war damals außergewöhnlich. Aicher: «Sie haben sich eine Unterkunft am Krippenstein gesucht. Das war alpines Gelände. Sie sind dann mit dem Helikopter zur Rennstrecke gekommen.» Beim Krippenstein handelt es sich um ein Gebirge des Dachstein-Massivs in der Nähe von Hallstatt – der Gipfel liegt auf 2.100 Metern Seehöhe.
Noch eine Anekdote fällt dem Mastermind zum Jahr 1993 ein: «Die Amerikaner haben damals den Weg zur ersten Kurve von der Innen- und Außenseite der Startrampe vermessen und festgestellt, dass die Rampe nicht richtig positioniert ist – sie meinten, dass die Distanzen zwischen Innen- und Außenspur nicht stimmten und es nicht fair sei. Wir haben dann in der Mittagspause die gesamte Startmaschine abgetragen, hinten die Erde und die Holzbalken für die 2. Reihe weggekratzt und die Rampe neu zusammengesteckt. Das war Arbeit im Akkord – jeder hat mitgeholfen, den wir hatten.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach