Wiederholungstäter: Walkner gewinnt Wüstenmarathon in Argentinien
Die österreichische Dakar-Legende Matthias Walkner siegt beim Rally Raid-WM-Lauf in Argentinien im Taurus Buggy.
Im Jahr 2018 hatte Walkner bereits mit dem Motorrad gewonnen, jetzt gelang der Triumph zusammen mit seinem spanischen Co-Piloten Pablo Moreno mit einem Automobil.
Vor über sechs Jahren 2018 war die Dakar in einer Neuausrichtung in Argentinien ausgefahren worden. Der Traditions-Off Road-Event endete damals in Cordoba, als Walkner als erster Österreicher überhaupt auf seiner KTM gewinnen konnte.
Jetzt feierte Walkner den Sieg beim über eine Distanz von 3.000 Kilometer ausgefahrenen Desafio Ruta 40, dem dritten Lauf der diesjährigen Rally Raid-WM, neu als Teilnehmer in der Automobilfraktion. Walkner, in Kuchl bei Salzburg zuhause, steuerte einem vom BBR-Team eingesetzten 320 PS starken Taurus-Buggy T3 Max.
Walkner triumphierte in der Top-Klasse der Challenger-Topkategorie (CHG1). Nach fünf strapaziösen Tagen konnte er sich mit einem äußerst knappen Vorsprung von 29 Sekunden Vorsprung auf den Portugiesen Alexandro Pinto, einem Markenkollegen und Sieger der vergangenen Portugal-WM-Rallye, durchsetzen.
Es gibt mittlerweile eine lange Tradition, dass hochkarätige Rallye-Raid-Motorradfahrer erfolgreich auf vier Räder umsteigen können. Nun reiht sich Walkner in diese Riege ein.
Für den 39-Jährigen war es, nach dem Lauf in Portugal im April, erst die zweite Teilnahme bei einem Rally Raid-WM-Lauf auf vier Rädern gewesen.
Zum ersten Mal überhaupt pilotierte er einen T3 Taurus Buggy. Walkner nutzte den großen Erfahrungsschatz seines spanischen Navigators Pablo Moreno, dem Dakar-Sieger in der Challenger-Klasse 2024 für die Erfolgsfahrt.
Auf der finalen Etappe mit Start und Ziel in der Provinzhauptstadt San Juan mussten die Rallye-Piloten eine 320 Kilometer lange Wertungsprüfung absolvieren. Walkner/Moreno sicherten sich schließlich in einem Sekundenkrimi den großen Triumph.
Nach vier Etappen mit drei zweiten Plätzen konnte Walkner auf der vorletzten Wertungsprüfung die Führung übernehmen. Mit einem Vorsprung von dreieinhalb Minuten ging Walkner in die letzten Renntag.
Bis Kilometer 100 befand er sich souverän auf Siegeskurs, als ein Reifendefekt viel Zeit kostete. Im weiteren Verlauf gelang es ihm indes wieder wichtige Zeit gutmachen.
Ein dritter Platz am Finaltag, hinter Etappensieger Alexandre Pinto und Puck Klaassen, reichte letztlich zum Gesamtsieg.
Walkner behauptete sich auch in der leistungsstärkeren T1-Autokategorie souverän und beendet die WM-Rallye mit seinem Taurus T3 Buggy auf der starken zehnten Position in der Gesamt-Auto-Wertung hinter den Ulitmate-Protoypen von Toyota, Dacia und Ford.
Matthias Walkner kommentierte den Erfolg: «Ich bin überglücklich, dass ich jetzt meinen ersten Sieg bei einem Weltmeisterschaftsrennen auf vier Rädern erringen konnte. Mein erstes Rennen mit Pablo und mit BBR. Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich bin froh, dass wir die ganze Woche über ein wirklich gutes Tempo vorlegen konnten».
«Ein Podium hätte ich mir insgeheim zu Beginn der Rallye gewünscht, aber dass wir gleich den Sieg mit nach Hause nehmen, das hätte ich nicht erwartet, zumal Alexandre Pinto ein extrem starker Fahrer ist. Er hat die Portugal Rallye heuer gewonnen und wurde letztes Jahr Weltmeister in der SSV-Kategorie».
«Am Ende war es ein brutal knappes Rennen mit allem, was dazugehört: Defekten, Navigationsfehlern sowie guten und schlechten Abschnitten. Der heutige Patschen hätte uns beinahe den Sieg gekostet. Am Ende konnte ich diese Zeit wieder gutmachen und es hat gereicht».
«Generell war es ein ziemliches Auf und Ab bei dieser WM-Rallye. Ich bin zuvor noch nie in diesem Taurus Buggy gesessen und mit Pablo zusammen hatte ich noch keine Navigationserfahrung».
«Wir haben die Tage vor der Rallye noch viel an den Buggy-Einstellungen gearbeitet und ich habe versucht die Grenzbereiche des Autos herauszufinden. Danach habe ich versucht, mich von Etappe zu Etappe zu steigern und mich mit dem Auto und dieser für mich doch noch neuen Sportart immer mehr vertraut zu machen».
«Ich denke, es war das absolute Maximum an Entwicklung, das ich aus diesen fünf Tagen herausholen konnte».
«Nach dem Desaster, so muss man es leider nennen, bei der Portugal Rallye, wo wir jeden Tag mit einem technischen Gebrechen zu kämpfen hatten, ist das nun die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wenn ich eigentlich ohne Erfahrung mit dem Auto schon beim ersten Antreten vorne mitfahren kann, dann gibt mir das immenses Selbstvertrauen für die nächsten Rennen. Trotz des guten Ergebnisses, wir haben noch viele Hausaufgaben bis zur Dakar zu machen, aber die Richtung stimmt definitiv».
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