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Miguel Oliveira blickt zurück: «Schwierig, einen verantwortlich zu machen»

Im MotorLand muss BMW mit zwei Ersatzfahrern antreten, weil Miguel Oliveira und Danilo Petrucci verletzt sind. Oliveira ist in Aragon vor Ort und sprach über seinen Genesungsverlauf und Comebackpläne.

Im Artikel erwähnt

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Seit dem 3. Mai ist Miguel Oliveira außer Gefecht. Nach dem starken dritten Platz im ersten Rennen auf dem Balaton Park Circuit in Ungarn, es war sein vierter in dieser Saison, hatte der BMW-Werksfahrer im Sprint am Sonntagvormittag viel Pech: In Kurve 6 waren der Portugiese und Andrea Locatelli deutlich zu spät auf der Bremse und konnten die Linie nicht halten. Sam Lowes, der unmittelbar hinter Oliveira und Locatelli fuhr, hielt die Ideallinie. Als Locatelli auf diese zurückkehrte, krachte er seitlich in die Ducati des Engländers und ging zu Boden. Die stürzende Yamaha berührte das Hinterrad von Oliveiras BMW. Daraufhin wurde Miguel vom Motorrad gerissen und schlug hart mit dem Helm auf dem Asphalt auf. Er wurde zudem von seiner BMW getroffen und blieb regungslos liegen.

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«Ich hatte eine Gehirnerschütterung und weiß nur noch, wie ich zurück auf die Strecke wollte», erzählte Oliveira bei seinem Besuch in Aragon. «Wenn ich bedenke, wie hart der Aufschlag war, ist meine Erinnerung okay. Ich weiß noch, dass Muttertag war. Glücklicherweise erlitt ich keine bleibenden Lücken. Für mich war das ein normaler Rennunfall, ich will niemanden dafür verantwortlich machen. Lowes hatte den besten Überblick. Wenn zwei Fahrer zurück auf die Ideallinie wollen, und er überholt im gleichen Moment, dann wäre wahrscheinlich er derjenige, der eine Verantwortung trägt und den Zusammenstoß hätte vermeiden können. Locatelli hat mich nur berührt, weil ihn Lowes berührte. Das war ein Dominoeffekt – es ist normal, dass ein Fahrer, der eine weite Linie fuhr, versucht auf die Ideallinie zurückzukommen. In meinen Augen tat das auch niemand auf unverantwortliche Weise. Das ist eine 90-Grad-Rechtskurve, danach geht es gleich links. Es ist schwierig, da jemanden verantwortlich zu machen.»

Miguel Oliveira: Die Genesung schreitet voran

Oliveira wurde nach der Erstversorgung mit dem Krankenwagen ins Medical Center an der Rennstrecke transportiert und anschließend ins Hospital nach Szekesfehervar. Bei Untersuchungen zuhause wurden neben der Gehirnerschütterung auch Brüche des Schulterblatts und der Rippen sowie Verletzungen an den Schultersehnen festgestellt.

«Zu Beginn war es ein langsamer Prozess, aber jetzt geht es immer schneller und schneller», sagt der fünffache MotoGP-Sieger über seine Rehabilitiation. «Ich kann wieder ein paar Gewichte heben und mit Elastikbändern trainieren. Diese Woche war ich zum ersten Mal beim Joggen und bin glücklich, dass ich mich wieder mehr bewegen kann.»

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Oliveiras Rückkehr in Misano?

Das ambitionierte Ziel des Portugiesen ist, bei den nächsten Rennen Mitte Juni in Misano dabei zu sein. «Mein Körper wird mir sagen, was möglich ist», hielt Oliveira fest. «Misano ist ein gutes Ziel, dann sind es sechs Wochen seit dem Crash. Das halte ich für realistisch, wobei ich nicht vorhersagen kann, in welchem Zustand ich dann sein werde. Ich hoffe, dass ich dann wieder mit meiner spezifischen Arbeit loslegen kann und es meine Verletzung nicht verschlimmert, wenn ich auf dem Bike bin. Wenn ich bis dahin bei 90 Prozent bin, dann ist das okay für mich.»

Nach so einem Crash ist es wichtig, dass du nicht an deinen Körper denkst, wenn du wieder auf das Bike steigst.

miguel oliveira

Besonders bitter für BMW: Derzeit fehlt nicht nur Leistungsträger Oliveira, sondern auch Danilo Petrucci, der sich vor zwei Wochen in Most das Steißbein brach. In Aragon sind deshalb die Ersatzfahrer Michael van der Mark und Hannes Soomer im Einsatz.

«Zu Wochenbeginn habe ich mich erkundigt, wie es ihm geht, und er sagte, es würde besser», verriet Oliveira über Petrucci. «Er hat auch ein Video gepostet, in dem man ihn laufen sieht. Ich hoffe, dass er zurückkommt, wenn er bereit dafür ist. Ich weiß, wie es ist: Du willst so früh wie möglich zurückkommen. Aber nach so einem Crash ist es wichtig, dass du nicht an deinen Körper denkst, wenn du wieder auf das Bike steigst. Du musst dich ganz auf das Fahren konzentrieren – ich denke, so ist auch seine Mentalität.»

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