VR46-Pilot Morbidelli: Enormes Tempo, aber Fehler und Strafe beim Heim-GP
Bei seinem letzten Misano-Auftritt als MotoGP-Pilot glänzt VR46-Vertreter mit hohem Tempo. Zugleich stellte sich der Römer wieder mehrfach ein Bein. Eine Unaufmerksamkeit hatte große Folgen: Strafe!
Nicht zum ersten Mal erlebt Franco Morbidelli ein durchwachsenes und kurioses MotoGP-Rennwochenende. Der Einstieg in das Heimrennen von Pilot und VR46-Mannschaft am Misano World Circuit Marco Simoncelli verlief noch unauffällig und zeigte, dass Morbidelli an der Adria immer noch zu den schnellsten Athleten zählt. «Morbido» kam sofort auf gute Zeiten. Am Ende wurde es Platz 13 mit 0,7 Sekunden Rückstand auf Leader Marc Marquez; zu Teamkollege Di Giannantonio, der zuletzt stets deutlich schneller war, waren es zwei Positionen und Zehntel.
Das wichtige Zeittraining war dann ein bemerkenswerter Mix aus Speed und Misere. Los ging es im Morbido-Style mit einem Spätstart. Während die ersten Piloten auf die Piste gingen, schlüpfte der Römer erst ins Leder. Um danach sofort bei den Schnellsten zu sein. Sowohl mit Medium- als auch mit Soft-Reifen fuhr die Nummer 21 auf Augenhöhe mit dem Teamkollegen und war immer sicher im Q2.
Als es dann final zur Sache ging, legte Morbidelli nach: Platz 2 vor Marc Marquez und hinter Academy-Kumpel Bezzecchi. Doch Sekunden später wurde die Runde gestrichen. Morbidelli hatte sich um Millimeter verschätzt und war über den zulässigen Streckenrand gefahren.
Morbidelli drehte ab und holte sich einen frischen Hinterreifen. Und wieder ging die Post ab. Bei der Abschiedsvorstellung als MotoGP-Athlet gelang eine 1:30,415 min – gut genug für Platz 5 hinter Di Giannantonio und somit der direkte Einzug ins Q2.
Der eigentliche, folgenschwere Aufreger hatte sich da bereits ereignet. In der ersten Phase der Session stand Morbidelli wieder einmal im Weg rum. In Kurve 13 wurde KTM-Pilot Enea Bastianini Opfer des entspannten Bummlers. Es dauerte volle zwei Stunden, dann befand die Kommission der Stewards: Strafe! Morbidelli muss beim GP-Rennen am Sonntag eine Long-Lap einplanen. Ein Top-Ergebnis vor den Tifosi dürfte unter normalen Umständen unmöglich sein.
Morbidelli, der nach dem Zeittraining die Strafe nur erahnte, blieb wenig überraschend auch jetzt relaxed: «Für mich ist wichtig, dass das Vertrauen in das Bike da ist. Und das war von der ersten Runde vorhanden. Wir haben hier einen guten Status, ich kenne die Piste sehr gut und so hat dann auch bei der letzten Attacke alles gepasst.»
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