Johann Zarco (8.): «Das Gefühl ist nicht perfekt, aber der Speed ist da»
LCR-Honda-Aushängeschild Johann Zarco verblüffte nach seinem aufsehenerregenden Aragon-Comeback auch in Italien. Ohne Umwege ging es in Q2. Wohl fühlte sich der MotoGP-Veteran dabei allerdings nicht.
Auch in Italien überraschte Honda-LCR-Pilot Johann mit sensationellen Rundenzeiten. Schon im FP1 hatte der 36-Jährige die Honda-Flagge als Fünfter oben gehalten – auf Marc Marquez fehlten Zarco nicht einmal 0,2 Sekunden – und auch im wichtigen Zeittraining mischte der älteste Pilot des Fahrerlagers jederzeit in den Top-10 mit. Stellenweise hielt die Honda mit der Nummer 5 Rang 3, doch in der letzten Attacke ging es noch auf P8 zurück. Nach einer spannenden Stunde fehlten Zarco 0,5 Sekunden auf Referenzfahrer Marco Bezzecchi und 0,014 Sekunden auf Markenkollegen Luca Marini, der die Session auf Rang 7 beendete. Und doch – nie zuvor war Zarco in Misano schneller unterwegs.
Die Rundenzeiten erstaunten den in Catalunya schwer gestürzten Franzosen: «Für mich sind die Zeiten eine neue Referenz. Es ist erstaunlich. Ich denke auch, wir werden im Qualifying unter 1:30 min fahren. Ob ich es selbst schaffe, hängt auch davon ab, wie es auf der Piste mit dem Verkehr läuft – aber wenn es alles passt, traue ich auch mir zu, noch einmal drei bis vier Zehntel zu finden. Im letzten Sektor habe ich Zeit liegen lassen. Gelingt mir das gewisse Exra, dann könnte ein Startplatz in Reihe 2 möglich sein.»
Zarco fügte bei einem Debriefing aber sogleich an: «Auch wenn der Speed hier sehr gut ist, das Gefühl ist es nicht. Ich bin etwas überrascht, dass wir das Tempo aus Aragon auch hier haben, und als ich in Misano im Zeittraining nochmal so viel Zeit gefunden habe, war das eine weitere gute Überraschung.»
Und was stört den Routinier? «Es gibt Bewegungen und Vibrationen im Motorrad, die verhindern, dass ich mich nicht komplett sicher fühle. Das führt dazu, dass ich an den Schlüsselstellen noch nicht das volle Vertrauen habe. In den schnellen Passagen ist viel Bewegung im Motorrad, aber noch mehr stört mich das Verhalten in den Bremsphasen.»
Zarcos Fazit fiel dennoch positiv aus: «Ich bin aber ziemlich happy, dass es so gelaufen ist.» Und somit kam Zarco, dessen LCR-Mannschaft in Misano das 30-jährige Bestehen des Teams zelebriert, zurück zum Ausgangspunkt: «Mein nächstes Ziel ist es jetzt, mich besser auf dieses Niveau einzuschießen. Ich muss mich an die neue Referenz gewöhnen», so Zarco mit einem nicht unzufriedenen Grinsen.
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