Das Geheimnis von ZX Moto und Valentin Debise: Vertrauen, Glück, Caricasulo
Mit Supersport-Neueinsteiger ZX Moto erlebt Valentin Debise in diesem Jahr seine beste Saison. Das Geheimnis seines Erfolgs sind unerschütterliches Vertrauen, ein wenig Glück und sein Teamkollege.
Kaum jemand hatte dem chinesischen Hersteller ZX Moto einen solchen Einstand in der Supersport-WM 2026 zugetraut. Das erst 2024 gegründete Unternehmen entwickelte inhouse einen Dreizylindermotor und steckte ihn in ein sportliches Chassis. Das erst kurz vor Saisonbeginn homologierte Motorrad trägt die Bezeichnung 820RR.
Das Kürzel ZX steht für den Firmengründer Zhang Xue. Der Chinese kannte die seriennahe Weltmeisterschaft aus seiner Zeit bei Kove und machte das Top-Team Evan Bros als bestmöglichen Partner für das Debüt aus – das italienische Team nahm die Herausforderung an und verpflichtete für das Projekt mit Valentin Debise und Federico Caricasulo zwei altbekannte Piloten, mit denen man bereits mit Yamaha verbunden war.
Debise zögerte nicht, als die Brüder Fabio und Paolo Evangelista ihn einluden, das neue Projekt mitzugestalten. «Ich habe riesiges Vertrauen in Evan Bros. Als ich mir das Motorrad anschaute und weil ich die Mentalität vom Team und auch der Chinesen kenne, hielt ich es für möglich, dass wir gemeinsam etwas Unglaubliches schaffen können», erklärte der Franzose im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach seine Motivation. «Das waren meine Gedanken und mit dieser Einstellung ging ich zum ersten Test. Wir waren fünf Sekunden vom Rundenrekord entfernt, trotzdem war ich hin und weg und sagte, dass wir von Anfang an vorn mitfahren können.»
Debise hatte recht: Bereits auf Phillip Island fuhr der 34-Jährige im Qualifying die drittbeste Zeit. Und beim Europaauftakt in Portimão fuhr der ZX‑Moto-Pilot einen lupenreinen Doppelsieg ein. Bei noch drei ausstehenden Rennwochenenden belegt Debise mit sechs Siegen und sieben Podestplätzen Rang 2 der Gesamtwertung. «Ich hatte einfach das Gefühl und machte teamintern Druck. Die Jungs sind wie ich und machen immer weiter und weiter», lobte der Routinier sein Team. «Wir haben nicht erwartet, dass wir beim ersten Rennen stark sein werden. Allerdings haben wir schon damit gerechnet, dass wir im ersten Jahr ein Rennen gewinnen können. Ein wenig Glück gehört dazu, aber was wir erreicht haben, haben wir uns auch verdient.»
Während Debise blendend mit dem chinesischen Motorrad zurechtkam und seinen Vertrag für 2027 bereits in der Tasche hat, fuhr sein Teamkollege Federico Caricasulo erst in Magny-Cours sein erstes Top-5-Finish ein und wartet noch auf seine Bestätigung. Debise setzt sich für den Italiener ein. «Ich bete dafür, dass Federico auch 2027 mein Teamkollege sein wird. Wir sind das beste Team überhaupt und helfen uns gegenseitig. Ohne ihn hätte ich nicht erreichen können, was ich geschafft habe», verriet Debise. «Ich habe großen Respekt vor ihm und für das, was er für mich getan hat. Ich dränge darauf, dass er bleiben kann. Manchmal probiert er Dinge für mich aus. Wenn es funktioniert, gibt er es an mich weiter. Aber wenn es nicht funktioniert, hat er ein versautes Training. Oder auch auf der Rennstrecke: Wenn ich einen Windschatten brauche, bekomme ich ihn von ihm und umgekehrt natürlich auch.»
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