Nakajima (Toyota): «Austin erinnerte mich an Le Mans 2016»
Toyota lag mit dem TR010 Hybrid von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries beim Lone Star Le Mans der FIA WEC in Austin lange in Führung. Doch kurz vor Schluss gab es den Ausfall.
Es hätte in Texas mit einem Sieg schon die Vorentscheidung in der Langstrecken-WM werden können, doch Nyck de Vries musste wenige Minuten vor Ende der Sechs Stunden im Lone Star Le Mans den Toyota TR010 Hybrid #7 mit einem mechanischen Defekt abstellen. «Das fühlte sich fast wie 2016 an, wie ein Drama», gab Teamdirektor Kazuki Nakajima in einer Medienrunde am Teamsitz in Köln-Marsdorf zu. Wir erinnern uns: Drei Minuten vor Ende der 24 Stunden von Le Mans fiel damals der führende Toyota, den ersten Sieg im Klassiker schon fast in Händen, aus. «Nach unserem Pech in Austin ist die WM jetzt wieder völlig offen. Wir hätten es gern anders gehabt», sagte der WEC-Weltmeister von 2019 und dreifache Le-Mans-Gewinner.
Freilich gab es für Toyota heuer mit dem erneuten Sieg in Le Mans (samt Platz drei) eine große Genugtuung, «denn auf diesen haben wir drei Jahre hingearbeitet» Mit acht Herstellern heuer und neun oder zehn nächstes Jahr (abhängig vom Schicksal von Alpine-Signatech) habe sich das World Endurance Championship «großartig entwickelt. Wie sich die Rundenzeiten von 2012 bis 2016 verbesserten, war schon bemerkenswert. Der Reglementwechsel zu den Hypercars war vor allem in Hinblick auf die Budgets sehr wichtig. Und wir haben trotz der Einschränkung durch das BoP noch Spielraum für Entwicklungen beim Antrieb. Racing war noch nie so intensiv mit geringen Unterschieden in der Leistung der Teams. Das zwingt die Ingenieure zu Spitzenleistungen, womit diejenigen, die dann in die Serienentwicklung gehen, eine Topschule durchlaufen haben», beurteilte der 41-Jährige die 14-jährige WEC-Geschichte.
Und Nakajima gab zu: «Als die Hypercar-Ära begann, war dieser Zuspruch von Herstellern erhofft, aber noch nicht absehbar. Jetzt haben wir diese Situation mit bis zu zehn Herstellern. Wir freuen uns über die starke Konkurrenz.»
Vor den letzten drei Rennen liegt Toyota mit 140 Punkten knapp vor BMW (131) und Ferrari (114). Bei den Fahrern haben die Texas-Pechvögel Conway/Kobayashi/de Vries Gleichstand mit dem BMW-Duo Rast/Frijns an der Spitze (je 75). Was ist in Fuji Ende September und dann in den zwei Mittelost-Ersatzrennen in Barcelona und Monza zu erwarten? Nakajima erklärte dazu: «Auch wenn wir Fuji als Heimstrecke sehr gut kennen, hatten wir zuletzt 2024 und 2025 nicht die Erfolge, die wir erhofft hatten. Daher ist das Rennen eine große Herausforderung. Barcelona wird wohl schwierig für alle, kaum jemand hat dort Erfahrungen aus Endurance-Tests. Wir wissen nichts über den Reifenverschleiß. In Monza haben wir etwas Erfahrung, die uns hoffentlich nützt, sie auch auf das neue Auto übertragen zu können.»
Zur Fahrerbesetzung 2027 wollte Nakajima noch nichts mitteilen. «Wir sind uns im Klaren, aber können offiziell noch nichts bestätigen.» Was bedeuten könnte, dass Formel-1-Partner Haas vielleicht doch auf Toyotas Ryo Hirakawa anstelle von Esteban Ocon zurückgreifen könnte, wie es manche Insider wissen wollen.
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