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366,1 kmh: MotoGP-Speed-Rekord in Mugello egalisiert

Während beim MotoGP-Spektakel in der Toskana etliche Rekorde fielen, wurde die Bestmarke für die höchste Geschwindigkeit nicht überboten. Die Übersicht zeigt eine hohe Leistungsdichte und den Stellenwert der Aerodynamik.

MotoGP

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Die Rennstrecke von Mugello lieferte auch 2024 wieder reichlich Gesprächsstoff. Speziell die 1141 m lange Start- und Zielgerade, die sich leicht gekrümmt in die herrliche Toskana bettet, steht im Fokus, wenn es um den jährlichen Versuch der Hochgeschwindigkeitsrekorde geht. Nicht nur die schiere Länge liefert extreme Werte, auch der langgezogene Eingang ist mitverantwortlich für den atemberaubenden Speed. Anders als aus einem spitzen Eck lässt sich die schnellste Stelle des gesamten Rennkalenders mit vollem Schwung aufrollen.

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Bereits in der kleinsten GP-Klasse fiel auch 2024 mit den 250ccm-Einzylindern die Marke von 250 km/h. Beeindruckend auch die Moto2: Angeschoben von dem auf einem Serientriebwerk basierenden Triumph-Dreizylinder mit einem Hubraum von 765 ccm knackten die Piloten auch heuer wieder die Schallmauer von 300 km/h. Kalex-Pilot Jeremy Alcoba flog im Rennen mit 308,5 km/h durch die Lichtschranke.

Vollends spektakulär die Königsklasse. 2023 gab es weit aufgerissene Augen, als Offizielle für KTM RC16-Fahrer Brad Binder eine neue Bestmarke von 366,1 km/h bekannt gaben. Der Wert ging in die MotoGP-Geschichtsbücher als Topspeed-Rekord ein.

Im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung im MotoGP-Zirkus wurde für die 2024er-Ausgabe des Top-Speed-Klassikers in der Toskana ein noch höherer Fabelwert erwartet. Doch der blieb aus. Denn es kam noch kurioser. Der Wert wurde egalisiert. Wieder brauste KTM-Werksfahrer Brad Binder im Qualifying am Samstag mit 366,1 km/h über die legendäre Gerade. Dass die Maschinen aus Österreich motorisch bestens aufgestellt sind, zeigt die Auswertung nach dem Italien-GP. Brad Binder und Jack Miller führen die Liste mit 364,8 und 363,6 km/h an.

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Dass auch Yamaha nachgelegt hat, bewies Fabio Quartararo, der in Mugello das drittschnellste Bike hatte (362,4 km/). Eine klare Reihenfolge zwischen den Werken lässt sich nicht ausmachen. Die hohe Leistungsdichte schlägt sich auch bei den Geschwindigkeiten nieder. Das gesamte Feld liegt in einem Delta von 10 km/h. "Langsamster" MotoGP-Pilot in Mugello war Aprilia-Wildcard Lorenzo Savadori (354,0). Wie wenig Aussagekraft die schiere Höchstgeschwindigkeit dennoch aufs Ergebnis in einem Rennlauf hat, belegt Weltmeister Bagnaia. Der Sieger des Großen Preises von Italien hatte mit 355,2 km/h das zweitlangsamste Motorrad.

Dass ein guter Top-Speed wichtig ist, aber in der Gesamterhebung zur Performance eines MotoGP-Bikes heute einen anderen Stellenwert eingenommen hat, belegen die Rundenzeiten. Im Qualifying wurde der Rundenrekord von Jorge Martin um knapp 0,4 Sekunden nach unten gedrückt. Noch gravierender zeigt sich das gestiegene Tempo über die Renndistanz. Baganaia, als Sieger von 2022 und 2023 als ideale Referenz, braucht für die gleiche Distanz über 23 Runden unglaubliche 25 Sekunden weniger. Bagnais schnellste Rennrunde war entsprechend um 1,1 sec besser als im Vorjahr.

Wie sehr die Maschinen an Streckenperformance zulegt haben und dabei in der Spitzengeschwindigkeit gleich schnell sind, lässt sich über die immensen Fortschritte bei den Aero-Paketen erklären. Die Mixturen aus Spoilern, Winglets und diversen Abrisskanten an allen Bereichen der Prototypen haben großen Einfluss auf einen höheren Kurvenspeed. Sie helfen den Piloten beim Verzögern, unterstützen ein schnelleres Hineinrollen und fördern den Abtrieb beim Beschleunigen. Auf der Geraden selbst sind opulente Flügelkunstwerke wenig förderlich. Sie geben Stabilität, helfen aber nicht beim Kampf um jedes km/h.

Kurzum: Die Techniker nutzen die Leistung von 300 PS heute mittels Aerodynamik und noch erlaubten Devices zur Höhenverstellung, um die Power auch in den Kurven zu nutzen. Es ist gut möglich, dass die 366,1 km/h für Binder und KTM noch lange als Rekordmarke halten.

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