Euro Moto Superbike
Oschersleben: Nur 14 Piloten am Start – Bestzeit am Freitag für Florian Alt
Am Freitag-Abend wird Euro Moto Superbike-Pilot sein Knie sicherlich spüren. Und das Wochenende fängt erst an. Doch bis jetzt schlägt sich Marcel Schrötter wacker.
Marcel Schrötter steht bei der vierten Runde der nationalen Meisterschaftssaison in der Motorsport Arena vor einer schweren Bewährungsprobe. Mangelnde Streckenkenntnisse und eine Knieverletzung dämpfen die Erwartungen des BMW-Piloten vom Team GERT56.
Ein unverschuldeter Sturz während des letzten Nachttrainings zum 8-Stunden-Rennen von Suzuka/Japan Anfang dieses Monats hat für den 33-jährigen Marcel Schrötter schwerwiegendere Folgen als zunächst angenommen. Eine MRT-Untersuchung seines linken Knies nach seiner Rückkehr aus Japan ergab einen Riss des Innenbandes und des hinteren Kreuzbandes. Das Fehlen des vorderen Kreuzbandes und ein teilweise gerissener Meniskus beeinträchtigen die Stabilität des Knies zusätzlich.
Schrötter versucht, die Verletzung mit Therapie zu behandeln, da eine Operation zu diesem Zeitpunkt das Saison-Aus für ihn bedeuten würde. Daher muss er an den verbleibenden Rennwochenenden die Zähne zusammenbeissen, um seine Chancen auf den Titelgewinn in der höchsten Prädikatsklasse der neuen Euro Moto aufrechtzuerhalten. Das Rennen an diesem Wochenende in Oschersleben markiert den Beginn der zweiten Saisonhälfte und die entscheidende Phase der Meisterschaft.
«Oschersleben steht vor der Tür, und ich freue mich darauf, in der Euro Moto wieder auf die Strecke zu gehen», erklärte er vor dem ersten Training. «Allerdings ist die Situation aufgrund meiner Knieverletzung etwas kompliziert. Die Enttäuschung wiegt schwerer als die Schmerzen, denn ich werde wahrscheinlich bis zum Saisonende damit zurechtkommen und durchhalten müssen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es von Rennwochenende zu Rennwochenende besser werden wird. Dennoch werde ich mich am Ende der Saison einer Operation unterziehen müssen, um die Schäden an meinem Knie zu beheben. Deshalb bin ich ein wenig enttäuscht, dass ich nicht in Bestform sein werde, beim Kampf um den Titel zu. Wir wissen, dass es ohnehin schon schwer genug ist, gegen Lukas Tulovic und sein Gesamtpaket zu bestehen. Dennoch sehe ich mich als Fahrer auf einem Niveau, auf dem ich es schaffen und ihm Paroli bieten könnte, sollte sich die Gelegenheit ergeben.»
Oschersleben war schon immer eine Strecke, die mir am meisten Sorgen bereitet.Marcel Schrötter
«Aber so ist es nun einmal», meinte er, «und ich bin in meiner Karriere schon oft trotz Verletzungen an den Start gegangen. Ich bin mir sicher, dass ich auch dieses Mal ganz gut zurechtkommen werde. Eine solche Knieverletzung hat auf dem Motorrad, wo Beweglichkeit eine so große Rolle spielt, noch schwerwiegendere Auswirkungen. Oschersleben wird also nicht einfach, aber es wird uns einen guten Anhaltspunkt dafür geben, wo wir stehen, und dann habe ich bis Assen noch zwei Wochen Zeit, um meine körperliche Verfassung weiter zu verbessern. Im Moment konzentriere ich mich auf dieses Wochenende und ganz auf mich selbst.»
«Oschersleben war schon immer eine Strecke, die mir am meisten Sorgen bereitet, weil ich dort mit Abstand die wenigsten Kilometer gefahren bin und dort auch noch nie mit einem Superbike gefahren bin», so seine Einschätzung. «Hinzu kommt der Streckenverlauf, der einem Superbike alles abverlangt. Dennoch werden wir am Freitag genug Zeit haben, um mich auf Vordermann zu bringen und meine Sitzposition auf dem Motorrad so gut wie möglich an mein Knie anzupassen. Aber ich freue mich darauf, dass es mit der nächsten Runde weitergeht, und ich werde auf jeden Fall alles geben, um in beiden Rennen das Podium anzustreben – oder sogar darauf zu stehen.»
Nach den ersten beiden freien Trainings war er mit einer Zeit von 1.25,613 min unterwegs. Damit rangierte der Bayer mit einer Sekunde Rückstand auf dem sechsten Platz. Zum Abschluss des Tages stand noch das Superbike PrePractice an. Da ließ sich er BMW-Pilot nicht lumpen und belegte mit einer Zeit von 1.24,578 min den dritten Platz und landete damit auf direktem Weg in der Superpole 2.
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