Acosta (2.) nach beeindruckendem Podest-Comeback: «Es war ein langer Weg»
Pedro Acosta trieb Marc Marquez im MotoGP-Rennen von Aragon bis ins letzte Renndrittel vor sich her und beendete seine Podest-Durststrecke. Ein mutiges Manöver gegen Marco Bezzecchi wurde belohnt.
Der Samstag hatte Acosta einiges abverlangt, als er im Sprint den falschen Startplatz einnahm, seine KTM RC16 beschädigte und trotzdem Vierter wurde. Am Sonntag wiederholte er diesen Fehler nicht und fuhr ein starkes Rennen, was ihn mit einem zweiten Platz und seinem ersten Podium seit Balaton Park belohnte. Mit einem Manöver gegen Marco Bezzecchi (Aprilia) sorgte er für Begeisterung bei Fans und Arbeitgeber.
Starke Startphase und ungewöhnliches Überholmanöver
Von Startplatz sechs kassierte er zunächst die Aprilia-Piloten Jorge Martin und Raul Fernandez. Da auch Alex Marquez (Ducati) nicht optimal durch die ersten Kurven kam, machte Acosta in der ersten Runde drei Positionen gut. Danach folgte er Marco Bezzecchi und Marc Marquez (Ducati) und war ihnen dicht auf den Fersen.
Der Schlüsselmoment folgte in Runde 5 auf der einen Kilometer langen Gegengeraden. Während sich Marquez und «Bez» bei fast 350 km/h um die Führung stritten und sich dabei keinen Zentimeter schenkten, nutzte Acosta den Windschatten der beiden und bremste den Aprilia-Pilot spektakulär außen herum aus.
Danach folgten zehn Runden auf Augenhöhe: Zwischenzeitlich fuhren Marquez und Acosta identische Zeiten. Stark war der KTM-Pilot vor allem in der abschüssigen Bremszone vor Kurve 14 – nur um die Meter auf der Geraden Richtung Kurve 16 wieder zu verlieren.
Acosta konnte Aragon-König Marc Marquez nicht bezwingen
In den Runden 13 bis 15 zog Marquez die Reißleine: drei aufeinanderfolgende 1:46er, darunter zwei Bestzeiten hintereinander, brachten ihm einen kleinen Vorsprung auf Acosta. Das KTM-Ass konnte nicht mehr antworten, hielt Bezzecchi aber souverän auf Distanz und kam mit knapp zwei Sekunden Rückstand als Zweiter hinter Marc Marquez ins Ziel. Zum Vergleich: Die KTM-Piloten Enea Bastianini und Brad Binder kamen auf den Positionen 8 und 10 ins Ziel, mit 23 Sekunden Rückstand auf ihren Markenkollegen Acosta.
Nach dem Rennen zählte für Acosta vor allem die Serie, die er beendete. Seit Anfang Juni wartete er auf ein Podest, was er vor Heimpublikum holen wollte. «Vor den spanischen Fans war ich glücklich, es zu versuchen», sagte er. «Es sieht so aus, als würden wir uns über das Wochenende hinweg verbessern. Es war ein langer Weg, dieses Podium zu holen. Jetzt ist es Zeit zu genießen.»
Nach dem erfolgreichen Aragon-Wochenende mit insgesamt 26 Punkten liegt Acosta mit 189 Zählern wieder auf Rang 6 der WM-Tabelle. Zudem machte er einige Punkte auf WM-Spitzenreiter Jorge Martin (256) gut.
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