Günther Steiner: «Lewis Hamilton hat sich damit keine Gefallen getan»
Im jüngsten Formel-1-Rennen in Zandvoort fand Lewis Hamilton am Funk deutliche Worte. Der frühere Haas-Teamchef Günther Steiner ist sich sicher: Das kam an der Ferrari-Boxenmauer nicht gut an.
Beim letzten Grand Prix in Zandvoort war Lewis Hamilton nicht zufrieden mit den Strategie-Entscheidungen seines Teams. Seinen Unmut darüber tat er über Funk kund, und das gleich mehrmals. Zunächst forderte er, dass sein Teamkollege Charles Leclerc für ihn Platz machen soll.
«Ich bin schneller als Leclerc, meine Reifen sind besser», erklärte er. Als der Monegasse der Aufforderung des Teams nicht sofort nachkam, an die Box abzubiegen, verlor der siebenfache Weltmeister dann die Geduld. «Wir verlieren hier nur Zeit», ätzte er, und schob kurz darauf nach: «Wirklich eine fabelhafte Art und Weise, Zeit zu verschwenden, tolle Arbeit, Jungs.» Schliesslich bog Leclerc an die Box ab, wodurch Hamilton vorbeikam.
Doch der Ärger war noch nicht vorbei. Bei einer virtuellen Safety-Car-Phase funkte er später hörbar verärgert: «Benutzt ihr mich hier als Versuchskaninchen oder was? Wie lange soll ich noch auf der Strecke bleiben?» Das Team nutzte die Gelbphase dann doch, um Hamilton mit frischen weichen Reifen auszustatten. Am Ende kreuzte der Rekord-GP-Sieger die Ziellinie als Vierter direkt vor seinem Stallgefährten. Glücklich war aber keiner der beiden Ferrari-Fahrer.
Kritik an Ferrari-Kommunikation
Hamilton, der sich später in den sozialen Medien für seine Funksprüche entschuldigte, musste sich von einigen Experten Kritik gefallen lassen. Dazu gehörte auch Günther Steiner, der im Podcast «The Red Flags» zunächst die Vorgehensweise des Teams aus Maranello kritisierte.
«Offensichtlich war Ferrari nicht so gut organisiert wie die Silbernen», sagte der ehemalige Haas-Teamchef, und bezog sich damit auf den gelungenen Platztausch den die Mercedes-Piloten George Russell und Kimi Antonelli im GP von Zandvoort vollzogen haben. «Sie haben vorher darüber gesprochen, und offensichtlich war das Ganze nicht so hitzig wie bei Ferrari, und das liegt auf der Hand, wenn man vorher mit den Fahrern redet und sagt, was Sache ist. Ich glaube, das wurde nicht so detailliert besprochen, wie bei Mercedes, und das hat dazu geführt.»
Der Südtiroler erklärte aber auch mit Blick auf Hamiltons Kritik am Funk: «Lewis hat sich damit keinen Gefallen getan, denn wenn man an der Boxenmauer sitzt und so etwas hört, dann denkt man sich: 'Oh, der versucht ja geradezu, sich selbst zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Er hat das Team voll aus den Augen verloren.' Man könnte stattdessen sagen: 'Hey, wäre es nicht besser, wenn er mich vorbeilassen würde, ich bin schneller', anstatt den Vorwurf zu äussern, dass man Zeit verloren hat.»
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