Ai Ogura (Trackhouse) nach zweitem Platz: «Deshalb bin ich angefressen!»
Zweiter Startplatz, schnellste Rennrunde und wieder kein Sieg: Für Trackhouse-Aprilia-Mann Ai Ogura endete das MotoGP-Sprintrennen in Assen auf dem Rang, auf dem es begonnen hatte. Was lief schief?
«Wir wissen, was wir für Sonntag verbessern müssen!» Ein Satz, den Ai Ogura im Anschluss an das MotoGP-Sprintrennen am Samstag formulierte und der auch als Warnung an den Rest des Spitzenfeldes verstanden werden kann. Dass der Japaner beim Königsklassen-Event in Assen zu den Podiums- und Siegkandidaten zählen würde, zeichnete sich dabei bereits am Freitag ab. Die vier Aprilias aus dem Werks- und dem Trackhouse-Satelliten-Team machten den stärksten Eindruck, im Zeittraining am Samstag fuhr der Japaner auf den zweiten Startplatz hinter Werkspilot Jorge Martin. Auf dem zweiten Rang sah der Japaner auch die Zielflagge, die dritte Platzierung auf dem zweithöchsten Podeststreppchen für den Japaner in Folge. Am Samstag in Assen rundete der Tokioter damit auch den ersten Doppelsieg des Trackhouse-Teams ab, den Sieg holte sich aber stattdessen Stallgefährte Raul Fernandez.
«Das ist bitter»
Ogura, der selbst noch auf seinen ersten MotoGP-Sieg wartet, befand im Rahmen der Podiumszeremonie nach dem Rennen: «Das freut mich für unser Team. Dass ich aber in den ersten drei Runden gleich mehrere Positionen verloren habe, ist bitter!» Die Taktik in den ersten Runden müsse er anpassen, in Kurve fünf habe er Konkurrenten zu viel Platz zum Überholen geboten.
Vom zweiten Platz zu Rennbeginn fiel Ogura bis auf den vierten Rang zurück. Platzverluste, die verhinderten, dass der 25-Jährige selbst noch im Kampf um den Sieg eingreifen konnte. Erst ab dem fünften Umlauf ging es für den ehemaligen Moto2-Weltmeister wieder nach vorn im Klassement: Zunächst passierte er Jorge Martin, im neunten Umlauf ließ er Fabio Di Giannantonio mit einem riskanten Manöver hinter sich: «Ich musste den Moment nutzen, obwohl meine Vorbereitung nicht gut war. Ich hatte Glück, dass ich mit diesem Manöver an Diggia vorbei musste, denn gegen einen der anderen Fahrer wäre vermutlich etwas passiert!»
Ogura war angefressen
Danach blies der Trackhouse-Pilot zum Angriff auf den Führenden Raul Fernandez. Zwischen drei und fünf Zehntelsekunden pro Umlauf holte der mutmaßlich nächstjährige Yamaha-Pilot in den letzten vier Runden auf seinen Noch-Teamkollegen auf und war damit in der Endphase des Rennens der mit Abstand schnellste Mann im Feld. Doch die Schlussoffensive kam zu spät. «Ein tolles Rennen» sei es dennoch gewesen. Aber: «Ich hätte nicht aggressiver sein müssen, aber ohne die Platzverluste in den ersten Runden hätte ich eine Chance auf den Sieg gehabt. Deshalb bin ich angefressen!»
Mit 134 Zählern belegt Ai Ogura den fünften Rang des Gesamtklassements, mit noch sechs Punkten Rückstand auf Ducati-Ass Marc Marquez. Er passierte damit Pedro Acosta, auf den der Japaner vor dem Grand Prix am Sonntag zwei Punkte Vorsprung hat.
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