MotoGP-Sprint: Trackhouse-Triumph in Assen, Marc Marquez chancenlos
Jede Runde des Assen-Sprints führte eine Aprilia. Am Ende wurde es der erste Doppelsieg für Trackhouse mit Raul Fernandez auf P1. Di Giannantonio verhinderte das Triple. Marc Marquez blieb blass.
Aprilia, Aprilia, Aprilia, Aprilia. Erstmals in der MotoGP-Geschichte hatten sich im Assen-Qualifying alle vier Piloten der RS-GP aus Noale an der Spitze der Konkurrenz eingefunden. Nach den harten Niederlagen in den letzten Wochen und der Konsequenz, dass Weltmeister Marc Marquez entscheidenden Boden auf dem Weg zur Titelverteidigung gutmachen konnte, ging es nun wieder mit größter Zuversicht in den zehnten Sprint 2026.
Schnellster des Quartetts war Jorge Martin, es war die erste Pole für den Madrilenen seit seinem Weggang von Ducati Ende 2004. Neben Martin machte sich Ai Ogura bereit. Der Japaner, der in Brünn seine erste MotoGP-Pole geholt hatte, war schneller als Marco Bezzecchi und Raul Fernandez.
Erst dann folgte ein Ducati-Bollwerk mit Pecco Bagnaia, Fabio Di Giannantonio und Champion Marquez auf Platz 7. Neben «MM93» Pedro Acosta auf der besten KTM und Yamaha-Pilot Fabio Quartararo.
Zweigeteilt zeigte sich die Lage bei Gresini Racing. Nach dem Katastrophen-Zeittraining fällt Fermin Aldeguer verletzt aus; Aldeguer ist bereits zurück in Spanien. Alex Marquez hingegen, der seinen harten Crash nur leicht verletzt überstanden hatte, stand auf Position 12 im Grid.
Entspannt hatte sich die Wetterlage. Statt erbarmungsloser Hitze unter blauem Himmel jenseits der 35 Grad hatten Wolken und eine leichte Brise bessere Bedingungen geschaffen. Mit 32 Grad in der Luft konnte aber nur bedingt von einer Abkühlung gesprochen werden. Um 15 Uhr wurden die Prototypen angelassen und für die 20 Stammfahrer plus Zarco-Ersatz Cal Crutchlow und Yamaha-Wildcard Augusto Fernandez ging es in die Aufwärmrunde zum 13-Runden-Sprint in der «Cathedral of Speed». Spannend auch die Frage, wie würden die Piloten den ersten Rennstart ohne das nun verbotene Hole-Shot-Device meistern.
Zur Freude der Aprilia-Führung hielt die Aprilia-Dominanz durch die ersten Kurven. Ogura hatten den Start vor Martin, Fernandez und Bezzecchi gewonnen. Während Joan Mir (Honda) in Kurve 4 ausrutschte, schnappte sich Martin noch in Runde 1 Ogura. Einen Umlauf später wurde der Japaner auch von Raul Fernandez überholt – der Trackhouse-Pilot aus Madrid war auf einer Mission.
Eine Position verloren hatte Bezzecchi. Nach einem kleinen Fehler wischte Fabio Di Giannantonio durch. Ende der dritten Runde hatte Fernandez Martin eingeholt – der Trackhouse-Pilot zog vorbei. Bereits vorher hatte Pedro Acosta nach einem Fahrfehler den Kontakt zur ersten Gruppe verloren. Acosta fiel noch hinter Bastianini auf Platz 13 zurück.
An der Spitze ging es turbulent weiter. Fabio Di Giannantonio hatte sich an Ogura und Martin bis auf Platz 2 gearbeitet und verkürzte nun auf den führenden Raul Fernandez. Doch die schnellste Rennrunde ging an Ogura, der sich wieder erholt hatte. Auch Bezzecchi und Martin, die mehrfach die Positionen tauschten, ließen sich nicht abschütteln. Erst hinter den Top 5 folgten Pecco Bagnaia und Marc Marquez auf P7. Zur Halbzeit fuhr das Ducati-Werksduo 2,6 Sekunden hinter der Spitze. Direkt hinter Marc Marquez fuhr Enea Bastianini. Rookie Moreira folgte mit Abstand auf dem letzten Rang für WM-Punkte.
Fabio Quartararo war auf Platz 10 zurückgefallen, Toprak Razgatlioglu dagegen 18 nach vorne gefahren.
Vier Runden vor Schluss wurde die Aprilia-Überlegenheit erneut deutlich. Ai Ogura drückte sich an Di Giannantonio vorbei – Doppelführung für Tackhouse Racing. Auch Marco Bezzecchi auf P4 legte nach und näherte sich Di Giannantonio an. Martin auf 5 konnte das Tempo vor ihm nicht mehr mitgehen und kam im Finale unter Druck von Pecco Bagnaia.
Drei Runden vor der Flagge gelang Ogura mit einer 1:32,003 min eine neue schnellste Rennrunde, doch der Rückstand auf den Teamkollegen betrug immer noch 0,88 sec. In der letzten Runde hielten alle Nerven. Raul Fernandez ließ sich nicht mehr einholen und feierte seinen zweiten Sprint-Sieg, 0,3 s vor Ai Ogura. Es war der erste Doppelsieg des Teams aus den USA.
Fabio Di Giannatonio hielt dem Druck von Bezzecchi stand und durfte damit mit zur Siegerehrung. Auch Jorge Martin verteidigte erfolgreich P5 gegen Pecco Bagnaia. Erst auf Platz 7 lief Weltmeister Marquez ein. Im Ziel wurde Marquez auf Platz 6 gesetzt, Bagnaia hatte in der letzten Runde eine Track-Limits-Strafe erhalten. Dahinter das KTM-Team mit Bastianini und Acosta, der eine starke Aufholjagd gefahren hatte.
Unauffällig tapfer fuhr Alex Marquez. Der angeschlagenen Vize-Champion fuhr als Ziel, für Platz 13 gab es aber keinen WM-Punkt.
Wichtig war das Resultat für Marco Bezzecchi. Vor Martin im Ziel wuchs der Vorsprung in der WM-Tabelle wieder an, wenn auch nur um einen auf neun Punkte. Mit dem Assen-Erfolg verschaffte sich Aprilia wieder etwas Luft bei den Herstellern. In Brünn war Ducati bis auf fünf Punkte herangezogen. Vor dem GP am Sonntag sind es wieder zehn Zähler.
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