Russell (Mercedes): Verwirrung nach fragwürdiger Pole, protestiert Ferrari?
George Russell hat in der spannenden Quali zum Österreich-GP Bestzeit erzielt. Aber er passierte die Unfallstelle von Verstappen unter Gelb. Riesenverwirrung. Russell: «Ich ging genug vom Gas.»
Diese Pole gibt viel zu reden: WM-Leader Kimi Antonelli brach seinen letzten Versuch ab, nachdem Max Verstappen sein Auto rausgepfeffert hatte, aber Russell erzielte Bestzeit. Ging das mit rechten Dingen zu?
Die FIA liess verlauten: Das wird untersucht. Dann kam schon Entwarnung – keine weitere Untersuchung nötig. Doch kurz darauf, damit komplette Verwirrung, auch die FIA-Nachricht, dass Russell seine Runde wegen doppelt geschwenkter Flagge verloren habe. Als wir diese Geschichte tippen, ist unklar, ob Ferrari das nicht nochmals genauer angeschaut haben will von den Regelhütern.
In der atemberaubenden Kulisse der Steiermark fährt der 28-jährige Russell zu seiner elften Formel-1-Pole, der vierten in dieser Saison 2026 (nach Australien, Kanada und Spanien) und der ersten auf dieser Traditionsrennstrecke.
Russell beteuert: «Diese Pole fühlt sich prima an, die Runde war grandios – dann sah ich die gelbe Flagge und habe verzögert, hundert Meter früher als sonst. Ich war zu diesem Zeitpunkt viel schneller als bei meinem ersten Versuch, daher hat es gereicht. Ich habe nichts falsch gemacht.»
«Da war nur eine gelbe Flagge, den Unfallwagen habe ich gar nicht gesehen. Aus meiner Sicht habe ich genug Gas weggenommen, um hier im Recht zu sein.»
So lief das Abschlusstraining
Ganz Europa schwitzt, der Formel-1-Tross in der Steiermark eingeschlossen: 33,2 Grad zum Beginn der Quali, die Bahn bei 52,4 Grad.
Im ersten Quali-Segment (18 Minuten) gab George Russell, der Schnellste im dritten Training, zunächst den Ton an, der – Jubel auf den Tribünen – von Red Bull Racing-Star Max Verstappen unterboten wurde.
Die Bestzeit hielt nur wenige Sekunden, dann Norris vorne, dann Hamilton zwischen Norris und Verstappen (der nur einmal fuhr), bevor WM-Leader Kimi Antonelli die Spitze übernahm. Russell hatte zunächst keine Antwort auf die Vorgabe des Italieners, nur P8, um eine halbe Sekunde hinten.
Out nach Q1: Beide Williams (Sainz und Albon), beide Cadillac (Pérez und Bottas), beide Aston Martin-Honda (Alonso und Stroll).
Top-Ten: Antonelli, Norris, Hamilton, Lawson, Russell, Verstappen, Hadjar, Piastri, Leclerc und Lindblad.
Im zweiten Quali-Teil (15 Minuten) legte Weltmeister Norris die erste Messlatte, aber mit einer leicht langsameren Zeit als in Q1. Max Verstappen unterbot das, bevor Leclerc auf neuen Reifen die Spitze übernahm (Max auf gebrauchten Walzen), der Monegasse neun Tausendstelsekunden schneller als Hamilton.
Dann ging alles ratz-fatz: Antonelli neu vor Piastri und Leclerc, Russell brach seinen Versuch ab, zu diesem Zeitpunkt der Brite nur auf P16 (Kurve 3 versemmelt). Und auch Norris hatte Sorgen – nach einem Ritt über den Randstein in Q1 wurde darüber spekuliert, dass das Heck seines McLaren beschädigt sei.
Im letzten Teil von Q2 ging Norris als erster Top-Fahrer auf die Bahn, Lando hoch auf P3. George Russell rettete sich auf P4, Leclerc auf P5, dann Hamilton einen Hauch schneller als Leclerc.
Max Verstappen blieb in der Box, volles Risiko, um für Q3 zwei frische Sätze weicher Reifen zu haben, denn er viel zurück und zurück und kam nur auf P10 eine Runde weiter, um ein Haar, denn nur 40 Tausendstel vor seinem früheren Stallgefährten Pierre Gasly!
Out also: Gasly, Bortoleto, Bearman, Hülkenberg, Ocon und Colapinto. Damit in den Top-Ten – Antonelli, Piastri, Norris, Russell, Hamilton, Leclerc, Hadjar, Lawson, Lindblad und Verstappen.
In Q3 (12 Minuten) alle Top-Fahrer mit zwei Sätzen frischer Pirelli-Walzen. Norris mit Bestzeit, dann aber kam Max – eine halbe Sekunde schneller! Wir hörten den Applaus der Fans bis ins Pressezentrum.
Da konnte Piastri nicht kontern, Antonelli aber schon, der Italiener vorne, um 61 Tausendstel! Dann auch Russell vor Verstappen, um 18 Tausendstel.
Wo war Ferrari? Hamilton hatte Kurve 3 verpatzt, der Barcelona-GP-Sieger ohne Zeit auf P10. Charles Leclerc derzeit Fünfter.
Zum Schluss der Quali Hamilton neu an der Spitze, dann Leclerc vorne – und Crash von Verstappen! Damit keine Chance mehr für die Gegner, um reagieren zu können. Die Uhr zeigte dann Russell vorne, aber waren bei der Unfallstelle keine gelben Flaggen? Verwirrung rundum.
Stand daher: Russell (der nachweisen muss, dass er an der Unfallstelle verzögert hat) vor Leclerc, Hamilton, Antonelli, Verstappen, Norris, Piastri, Hadjar, Lawson und Lindblad.
Die FIA untersuchte sofort: Vergehen unter Gelb gegen Russell. Und gab Entwarnung – keine Strafe notwendig!
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach





