Rennen 1 in Assen: Carlos Cano holte ersten Rookie-Sieg, Kratochwil stark
Rennen 8 der Red Bull Rookies war verlustreich, fünf Piloten stürzten. Debüt-Sieger Carlos Cano fuhr fehlerfrei. An der Spitze kämpfte auch Fynn Kratochwil, doch eine Strafe warf das XL-Talent zurück.
Das erste der beiden Rennen zum Red Bull Rookies in Assen war auf 15 Runden angesetzt. Mit der Startzeit 17 Uhr war der Hitze-Höhepunkt überschritten. Doch als sich das Feld der 24 Rookies auf den Start vorbereitete, war es immer noch 30 Grad warm.
Auf der Pole-Position: Sullivan Mounsey. Daneben David Gonzalez und Ryota Ogiwara aus Japan. Erstmals aus Startreihe 2 in ein Rookies-Cup-Rennen ging Neueinsteiger Fynn Kratochwil. Der Thüringer, der in Mugello erstmals das Podest betreten hatte, brauste vom sehr guten fünften Platz und damit noch vor Cup-Leader Benat Fernandez los.
Doch nach dem Start änderte sich das Bild erst einmal. Während Ogiwara aus der ersten Runde als Führender zurückkam und Fernandez Boden gut gemacht hatte, ging es für den Deutschen auf Platz 8 zurück. Noch schlechter lief es für Tibor Varga, der früh aus dem Rennen stürzte.
Schon in Runde 3 bis auf Platz 4 vorgefahren, zeigte Fynn Kratochwil seine Klasse. Vor dem Start der fünften Runde bremste er sich in der berühmt-berüchtigten Schikane vor der Zielgeraden an Benat Fernandez vorbei – und in Führung. Eine Flucht gelang dem Riesentalent aber nicht. Mit Mounsey, Cano, Fernandez und Singhapong machten erfahrenere Rookies sogleich Jagd. In Runde 7 wurde die Nummer 20 wieder auf P8 geführt.
Auch die Niederländer fieberten mit. Jurrien van Crugten kämpfte munter um erste Punkte in der MotoGP-Nachwuchsschmiede, die bereits seit 20 Jahren verlässlich die größten Talente im Straßenrennsport fördert.
Die Leistungsdichte des 2026er-Jahrgangs beeindruckte auch in Assen. Fünf Runden vor der Zielflagge lagen alle 22 Piloten, die noch im Rennen waren, innerhalb von 3,2 Sekunden. Kratochwil war vor der Schlussphase sogar auf Position 13 abgefallen.
An der Spitze versuchte Carlos Cano zu entkommen – keine Chance. Das gesamte Feld, angeführt von Fernandez, blieb dem Spanier auf den Fersen. David Gonzalez hatte sich derweil auf Platz 7 positioniert, Kratochwil beendete Umlauf 13 wieder innerhalb der Top 10.
Im vorletzten Umlauf fiel die Vorentscheidung. Mit Polesetter Sullivan, Mounsey und Borg flogen am Ausgang der superschnellen Ramshoek drei Topfahrer aus der Spitze. Carlos Cano behielt die Nerven. Der Spanier wehrte alle Attacken von Landsmann Fernandez, US-Boy Daniel und Ogiwara ab. Cano ging 0,274 Sekunden vor Kristian Daniel über die Linie. P3 ging an Fernandez, der damit seine Tabellenführung festigte.
Ein starkes Finale fuhr Fynn Kratochwil. Der 15-Jährige wurde direkt hinter Ryota Ogiwara Fünfter – weniger als eine halbe Sekunde hinter Sieger Cano. Doch die Fahrt des Deutschen ging über das erlaubte Maß hinaus. In der Schlussphase hatte man Kratochwil für unverantwortliche Fahrweise eine Long-Lap verpasst. Da Kratochwil diese nicht mehr abbüßen konnte, gab es eine 3-Sekunde-Strafe und den Rauswurf aus den Punkten. Nach dem achten Saisonrennen rangiert Kratochwil auf dem siebten Rang und ist hinter Ogiwara bester Newcomer.
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