Alex Marquez (5.) ärgert sich: Podest-Chance nach verkorkstem Q2 verloren?
Zwei Stürze im Qualifying, Startplatz 9 – und trotzdem Rang 5 im Misano-Sprint. MotoGP-Vize-Champ Alex Marquez rechnete schonungslos mit dem Samstag ab und sieht die Chance auf das Podest verspielt.
Das Q2 vor dem Misano-Sprint geriet für Alex Marquez zum Desaster: Kurz nach Sessionbeginn schlitterte der Gresini-Pilot ins Kiesbett, in der finalen Q2-Phase folgte der zweite Abflug. Die Konsequenz: Für den Spanier kam nur Startplatz 9 heraus. «Der Fehler in Kurve 8 war mein Fehler, ich bin zu schnell hineingefahren. In Kurve 4 war es die letzte Runde. Ich war bereits weit von der Ideallinie weg und ich musste einlenken, komme, was wolle. Dann bin ich gestürzt.»
Die Schuld schiebt er der komplexen Reifensituation zu: Marquez war im freien Training mit gebrauchten weichen Hinterreifen gefahren, um sich auf das Rennen vorzubereiten. «Im Nachhinein wäre es besser gewesen, mehr mit den frischeren Reifen von gestern zu arbeiten.» Sein Fazit fiel hart aus: «Ein gutes Qualifying ist die Folge davon, im richtigen Moment die richtigen Dinge zu tun. Heute war es genau andersherum. Ich habe zuerst an die Rundenzeit gedacht, statt an das Tempo – und dabei zu viele Fehler gemacht.»
MotoGP-Sprint Misano: Alex Marquez arbeitete sich vor bis auf Rang 5
Im Sprint drehte er die Sache. Auf dem mittelharten Hinterreifen profitierte er vom Gerangel zwischen Fermin Aldeguer und Pedro Acosta, die er beide mit einem Manöver kassierte. «Ich hatte Glück, ich konnte einfach überholen. Sie haben mir die Tür geöffnet.« Danach hing er hinter Jorge Martin (Aprilia) und Fabio Di Giannantonio fest. Das Problem: Die Temperatur in seinem Vorderreifen stieg immer weiter an.
Als Martin an Di Giannantonio vorbeiging, witterte Alex Marquez eine Chance. «Das war mein Moment. Aber dann habe ich im ersten Teil einen Fehler gemacht und wieder verloren.» Der Abstand war zurück, ein Angriff nicht mehr möglich, der Vorderreifen lieferte nicht mehr den besten Grip. Rang 5 sicherte er sich vor allem mit «Rhythmus, Stil und Konstanz».
Alex Marquez benennt Aprilia-Vorteil: «Sie halten den Grip konstant»
Aus der Verfolgerposition hatte er freie Sicht auf die RS-GP von Jorge Martin und schilderte seine Beobachtungen. «Sie haben viel Stabilität, gerade in den schnellen Kurven. Sie halten den Hinterradgrip enorm konstant, während wir eher unerwartete Spins haben.» Ein generelles Ducati-Problem sieht er darin nicht: «Die Balance ist ausgeglichen. Und Marc hat mit der Ducati gewonnen – wir sind also belohnt worden.»
Für den Sonntag will das Gresini-Team am Einlenkverhalten arbeiten. «Mein Problem liegt nicht im schnellen Teil, sondern in den Bremspunkten. Wir versuchen, das Motorrad neu auszubalancieren.« Die Pace für mehr wäre da gewesen: «Wir hatten die Pace für ein Podest. Nicht genug für Marco und Marc, aber morgen verlieren wir diese Chance wegen des Qualifyings – wie im letzten Jahr.« In der WM bleibt Marquez mit 133 Punkten Neunter, auf den kriselnden Francesco Bagnaia fehlen nur noch zehn Zähler.
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