Marco Bezzecchi nach verpasstem Podium: «Da war es schon zu spät!»
Mit dem vierten Platz im MotoGP-Sprint in Assen gewann Marco Bezzecchi einen Zähler Boden in der WM-Wertung. Den Grund, weshalb es nicht für einen Podiumsplatz reichte, hat der Italiener ausgemacht.
Podium verpasst, WM-Führung ausgebaut. So knapp lässt sich das Ergebnis des MotoGP-Sprintrennens in Assen für Marco Bezzecchi zusammenfassen. Der Gesamtklassements-Führende in Aprilia-Diensten, der beim Grand Prix am letzten Sonntag in Brünn aufgrund seiner Strafe aus dem vorangegangenen Sprint noch tatenlos zusehen musste, betrieb mit einem vierten Platz im Samstagsrennen Schadensbegrenzung. Gegen VR46-Ass Fabio Di Giannantonio und die beiden Trackhouse-Aprilias mit gleichem Aprilia-Material war für den Riminesen aber kein Kraut gewachsen: Nach Startplatz drei verlor der Mann mit der Nummer 72 in der ersten Runde zwei Positionen, eine davon gegen den späteren Sieger Raul Fernandez. Nur eine davon konnte «Bez» im weiteren Verlauf wieder zurückerobern, nämlich gegen seinen Teamkollegen und WM-Rivalen Jorge Martin.
Das Gefühl kam erst zu spät
Bezzecchi zu seiner Startphase: «Ich habe mich in den ersten drei Runden noch nicht gut gefühlt auf dem Motorrad, in den Sprintrennen sind diese drei Runden aber entscheidend! Im Anschluss lief es zwar wieder besser und ich wurde schneller, aber da war es schon zu spät. Deshalb hat es nur noch zum vierten Platz gereicht.»
Was fehlte für ein erfolgreiches Sprintrennen und eine mögliche Podiumsplatzierung? «Mehr Gefühl und weniger Bewegung im Motorrad!» Die Aprilia-Privatmannschaft Trackhouse schien von derlei Problemen unberührt, auch wenn Ai Ogura ebenfalls erst zum Ende des Rennens aufdrehen konnte. Die US-Amerikaner fuhren überlegen zum Sprint-Doppelsieg. Wo die Fahrer des Kundenteams eine andere Herangehensweise als Jorge Martin und Marco Bezzecchi wählten, wusste der Italiener nach dem Rennen aber noch nicht zu berichten: «Dazu muss ich erst die Daten miteinander vergleichen. Ich hatte den Eindruck, dass Raul Fernandez zu Rennbeginn am besten von uns den Reifen ausnutzen konnte. Er begann ruhiger, aber nachdem er an Jorge vorbeigehen konnte, fand er den richtigen Rhythmus. Auch Ai war schneller als ich und Jorge hatte im Vergleich zu Raul genauso Probleme.»
Ungewohnt war für den 27-Jährigen gleich zu Beginn der Auftakt ins Rennen, war es doch der erste Start für ihn seit fünf Jahren ohne Starthilfe in der Vorderradgabel. Eine große Umstellung war für die Piloten nicht zu erkennen, schließlich konnten sie sich bei Probestarts auf die neue alte Situation einstellen. Der Mann mit der Nummer 72 wollte die Neuerung aber zunächst nicht beurteilen: «Es hat sich normal angefühlt. Aber um es endgültig zu bewerten, ist das noch nicht genug. Wir hatten über 100 Starts, bei denen wir die alten Vorrichtungen im Einsatz hatten. Im Moment stehen also die Eindrücke dieser ganzen Startphasen gegenüber nur der einen vom Samstag. Das macht es schwer, sie endgültig gut oder schlecht zu finden. Dazu möchte ich mich erst nach dem Rennen am Sonntag endgültig äußern.»
In den Grand Prix am Sonntag geht Bezzecchi wieder auf Startplatz drei. Durch sein Ergebnis im Sprintrennen konnte der Italiener seine WM-Führung auf Teamkollege Jorge Martin von acht auf neun Zähler ausbauen. Die Aprilia-Speerspitze steht am Samstag bei 186 Punkten.
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