Aprilia-Werksfahrer Martin: «Leidenszeit begann nach den ersten Kurven»
Seine Pole brachte ihm in Assen nicht viel. Bereits in der Startphase des MotoGP-Sprints bekam der WM-Zweite Jorge Martin Probleme mit dem Hinterrad und musste seine Siegeshoffnungen früh begraben.
Eigentlich hätte man annehmen dürfen, dass Aprilia-Werksfahrer Jorge Martin seine beneidenswerte Ausgangslage für den Sprint der Dutch TT zu einem starken Aufgalopp auf das Assen-Weekend ummünzen würde. Doch weit gefehlt, von der Pole-Position aus gestartet, kam der MotoGP-Weltmeister von 2024 die gesamten 13-Sprint-Runden nie richtig auf Touren. «Der Start war noch ganz gut. Ich konnte die Führung behaupten. Doch schon nach wenigen Kurven merkte ich dann, dass dies ein schwieriges Rennen werden würde».
«Es wurde mit jeder Runde schlimmer. Gegen Rennende musste ich mich darauf beschränken die Ducati-Jungs hinter mir zu lassen», bemängelte Martin die Performance seiner RS-GP26. So blieb der Erfolg gegen das Ducati-Werksfahrerduo Marquez und Bagnaia und der fünfte Rang das einzige positive Erlebnis des Madrilenen. Sofern man das rundenlange, erfolgreiche Aufhalten seines Aprilia-Kumpanen Marco Bezzecchi nicht in diese Erfolgsrechnung miteinbezieht.
«Warum wir solche Probleme hatten, ist mir nicht klar», gab sich Jorge Martin nach dem Sprint ratlos. «Ich hatte überhaupt kein Gefühl für den Hinterreifen». Es sei halt so, dass sich alle Hersteller die ganze Saison über bemühen würden, ihre Bikes weiterzuentwickeln. Und ganz offensichtlich sei bei ihm diesmal etwas in die falsche Richtung gegangen. Ob ihm die große Hitze zum Verhängnis wurde, konnte der 19fache GP-Gewinner ebenfalls nicht schlüssig zu beurteilen. «Gestern war es genau so heiß und da hatte ich wenig Probleme.»
Keine großen Sorgen bereitet dem Aprilia-Reiter die Verbannung des Front Hole Shot Device. «Grundsätzlich begrüße ich das. Man muss einfach mit mehr Wheelies rechnen. Aber die fahrerischen Skills im Zusammenspiel mit Kupplung und Gashand sind wieder mehr gefragt», so der nächstjährige Yamaha-Werksfahrer. «Und zudem sinkt das Unfallrisiko in der ersten Kurve», sagt er, der es wissen müsste, und der sich dazu in dieser Saison zu diesem Thema nicht mit viel Ruhm bekleckert hatte. «Morgen liegt im Rennen aber sicher das Podium in Reichweite», so Martin. «Ich denke für den Sieg kommen maximal drei bis vier Fahrer in Frage».
Wenn auch nur minimal – aber in der WM-Wertung verlor Martin einen Zähler auf Marco Bezzecchi. Vor dem GP fehlen dem «Martinator» neun Zähler zur Spitze. Der Vorsprung auf Fabio Di Giannantonio verringerte sich auf 13 Punkte.
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