KTM kämpft mit der Technik: Sensor vermasselte Pedro Acostas Sprint-Samstag
Zweimal rollte KTM-Spitzenpilot Pedro Acosta am Sprint-Samstag ohne Power aus. Die Ursache konnte laut Teammanager Aki Ajo schnell gefunden und gelöst werden. Die Lage bleibt aber angespannt.
Dass KTM am Sprint-Samstag noch vor dem ersten Rennen für Schlagzeilen sorgte, lag weniger an den Rundenzeiten der Piloten. Gleich zweimal wurde Frontmann Pedro Acosta von der Technik gestoppt. Gleich zu Beginn des zweiten freien Trainings musste der Spanier seine RC16 neben der Strecke abstellen.
Das nur wenig später angesetzte Q2 musste Acosta auf dem zweiten Bike in Angriff nehmen. Doch auch die andere Nummer 37 aus der Box von Red Bull KTM Factory Racing streikte – kurioserweise an der identischen Stelle nach dem schnellen Rechtsknick Meeuwenmeer war der Auftritt des jungen Spaniers vorbei. Dass sich die Vorfälle so sehr ähnelten, gab einen Hinweis auf die Ursache. Von einem klassischen Motorschaden war nicht auszugehen, offensichtlich wurde der Antrieb der RC16 vielmehr abgeregelt.
Die Vermutung bestätigte sich. Vor dem Sprint erklärte Teamboss Aki Ajo den Vorfall vor laufender Kamera: «Es handelte sich um etwas, das in dieser Form noch nicht aufgetreten ist. Durch die Fahrt von Pedro über die Curbs wurden einem Sensor Werte gemeldet, die wir in dieser Form noch nie zuvor erreicht hatten, und in deren Folge das Motorrad in ein Notlaufprogramm geschaltet wurde. Dem Bike hat eigentlich gar nichts gefehlt und ich kann versichern, dass wir das Problem gelöst haben.»
Angesprochen auf den Vorfall in Barcelona, bei dem ein zumindest vergleichbarer Defekt Auslöser des Unfalls von Alex Marquez war, bekräftigte Ajo: «Ich möchte unterstreichen, dass wir in Barcelona ein anderes Problem hatten.»
Korrekt ist: In den letzten Monaten ereilte die KTM-Piloten eine ganze Serie von Defekten. Auch Motorschäden mit mechanischem Versagen waren dabei, deren Ursache wohl in mangelnder Fertigungsqualität einzelner Teile zu suchen ist. Denn gemäß dem aktuellen Regelwerk ist die Entwicklung der Antriebe für alle Hersteller mit Ausnahme von Yamaha seit Anfang 2025 untersagt, die Basis-Spezifikation auch der RC16 unverändert.
Vielmehr dürften Qualitätsprobleme mit einem oder mehreren Zulieferern hochsensibler Bauteile Schäden verursacht haben, die keinen direkten Bezug zur eigentlichen Laufleistung haben und damit dem eigentlichen Kriterium für einen Motorenwechsel sind. Nach diesen Kriterien richten sich die Hersteller, wenn es um die Auslegung der Triebwerke geht, um der Bestimmung zur Anzahl der Triebwerke zu entsprechen.
Als Hersteller im Concessions-Rang B stehen jedem Piloten acht Motoren zur Verfügung. Überschreitet ein Werk für einen Fahrer die Anzahl, gibt es für jeden zusätzlich aktivierten Antrieb drastische Strafen. Konkret einen Start aus der Boxengasse (fünf Sekunden nach dem Feld) bei einem GP plus einen Start aus der Boxengasse bei einem Sprint. Bei jedem weiteren Motor wiederholt sich das Spiel. Für KTM geht es entsprechend darum, die Technikprobleme gegenüber der Technik-Kommission transparent darzustellen – und zugleich dafür zu sorgen, dass die RC16-Renner wieder zu verlässlicher Schlagkraft zurückfinden.
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