BMW dementiert: Keine Gespräche über Toprak-Rückkehr
Im Internet kursieren Spekulationen über eine Rückkehr von Toprak Razgatlioglu in die Superbike-WM. BMW stellt gegenüber SPEEDWEEK.com klar: Der Fokus des Türken liegt weiterhin auf der MotoGP.
Die ersten Monate von Toprak Razgatlioglu in der MotoGP verlaufen schwieriger als viele Fans erwartet hatten. Der dreifache Superbike-Weltmeister kämpft im Pramac-Yamaha-Team mit einer wenig konkurrenzfähigen M1 und liegt zur Sommerpause mit zwölf Punkten lediglich auf Rang 21 der Weltmeisterschaft.
Die überschaubaren Erfolge haben zuletzt zahlreiche Spekulationen ausgelöst. Mehrere Medien brachten Razgatlioglu bereits mit einer Rückkehr in die Superbike-Weltmeisterschaft und zu seinem früheren Arbeitgeber BMW in Verbindung. Nach Informationen von SPEEDWEEK.com gibt es dafür derzeit jedoch keinerlei Grundlage.
BMW: Enger Kontakt zu Razgatlioglu, aber nicht mehr
«Es gab keine Gespräche in diese Richtung», stellte BMW-Motorsportchef Sven Blusch gegenüber SPEEDWEEK.com klar. Zwar hält BMW weiterhin engen Kontakt zu seinem ehemaligen Erfolgspiloten, konkrete Rückkehrpläne existieren jedoch nicht.
«Mein Gefühl ist, nachdem ich Toprak getroffen habe, dass er im MotoGP-Paddock langsam angekommen ist und dort länger bleiben wird», erklärte Blusch, der die MotoGP in Brünn besuchte. «Wenn eine Möglichkeit bestehen würde, ihn zurückzuholen, sind wir immer für Gespräche da. Aber ich sehe das momentan nicht passieren.»
Auch aus dem Umfeld des Türken ist zu hören, dass Razgatlioglu seinen bis Ende 2027 laufenden Vertrag mit Yamaha erfüllen will. Für den ehemaligen Superbike-Weltmeister war von Beginn an klar, dass seine Debütsaison vor allem dem Lernen dienen würde.
Neue MotoGP-Ära: Große Hoffnungen für 2027
Zudem stehen der MotoGP 2027 tiefgreifende Regeländerungen bevor. Die Prototypen erhalten 850-ccm-Motoren, die höhenverstellbaren Fahrwerke werden verboten und bei der Aerodynamik haben die Hersteller im kommenden Jahr weniger Freiheiten als bisher. Besonders wichtig für Razgatlioglu: Nach vielen Jahren auf Michelin wird die MotoGP mit Pirelli-Reifen fahren – jenem Hersteller, mit dem der Türke seine gesamte Superbike-Karriere bestritten und drei WM-Titel gewonnen hat.
Damit dürfte die Saison 2027 für Razgatlioglu zur eigentlichen Bewährungsprobe werden. Gelingt Yamaha mit dem neuen Reglement ein konkurrenzfähigeres Motorrad, könnte der Türke sein Potenzial deutlich besser entfalten. Bleibt der Aufwärtstrend dagegen aus, dürfte seine langfristige Zukunft in der MotoGP neu bewertet werden.
Dass die Superbike-WM Razgatlioglu jederzeit mit offenen Armen empfangen würde, steht außer Frage. Aktuell gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass eine Rückkehr bereits nach der Saison 2026 bevorsteht. Vielmehr richten sowohl Razgatlioglu als auch Yamaha den Blick auf das neue MotoGP-Reglement 2027, das dem Türken deutlich bessere Voraussetzungen bieten könnte.
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