Wegen Lewis Hamilton: Muss Ollie Bearman seinen Ferrari-Traum begraben?
Ollie Bearman, der zur Ferrari-Familie gehört, hofft auf eine Chance bei den Roten. Er weiss aber: Diese könnte sich noch lange nicht ergeben, denn Lewis Hamilton ist in die Erfolgsspur zurückgekehrt.
Als Lewis Hamilton im vergangenen Jahr eine schwierige erste Saison in Rot erlebte, sahen ihn einige Experten bereits zurücktreten. Und die logische Nachfolge für den siebenfachen Weltmeister wäre Ollie Bearman, der zur Ferrari-Familie gehört und dem Haas-Team gute Dienste leistet. Doch Hamilton hat in diesem Jahr zu seiner alten Form zurückgefunden, und Bearmans Hoffnung auf einen raschen Wechsel zum Top-Team aus Maranello schwindet.
Im «Beyond the Grid»-Podcast sprach der 21-Jährige über seine Zukunftspläne und erklärte: «In den vergangenen sechs Monaten hat sich viel verändert. Als Formel-1-Fan und auch Anhänger von Lewis Hamilton freue ich mich natürlich, dass er auf einem so hohen Niveau fährt, und für uns Briten war es ein ganz besonderer Moment, als er in Barcelona aufs höchste Podesttreppchen stieg.»
Aber was seine Zukunft angehe, sei dies natürlich alles andere als ideal gewesen, fügte Bearman gewohnt offen an. «Aber ich bin noch jung, ich bin erst 21, es besteht also keine Eile, und für mich ist es nichts Schlechtes, für absehbare Zeit bei Haas zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich mit diesem Team noch viel lernen und erreichen kann. Ich will wirklich wieder die Höhen erleben, die wir etwa in Mexiko und auch in anderen Rennen hatten. Ich denke, das Team ist auf einem gute Weg und ich bin sehr glücklich, dass ich diesen mitgehen kann.»
Derzeit durchlaufe das Team eine «schwierige Phase», die charakterbildend sei, räumte Bearman daraufhin ein. Er betonte aber auch gleich: «Aber ich möchte nicht, dass wir als Team wahrgenommen werden, die im ersten gemeinsamen Jahr eine wirklich gute Saison hatten, aber jetzt Schwierigkeiten haben, diese Leistung zu wiederholen. Ich hoffe, dass wir noch etwas Performance finden und einige gute Punkte erobern können.»
Egoistisches Ziel steht an erster Stelle
Seinen Traum vom Ferrari-Aufstieg sei er bereit zu opfern, stellte Bearman auf Nachfrage klar. Er beteuerte zunächst: «Ich fühle mich Ferrari natürlich sehr verpflichtet, denn sie haben mich von Anfang an unterstützt, seit ich in die Formel 3 eingestiegen bin, und nur dank ihnen sitze ich heute hier. Einerseits verdanke ich Ferrari also sehr viel.»
«Für mich ist Ferrari das Traumteam, nicht nur, weil ich Teil von Ferrari bin, sondern einfach, weil es wahrscheinlich die grösste Marke der Welt ist. Mein Ziel bleibt es also, eines Tages Ferrari-Fahrer zu werden. Natürlich möchte ich aber nicht drei, vier oder fünf Jahre herumsitzen und darauf warten, dass ein Platz frei wird, denn es gibt keine Garantien, und so könnte man seine besten Jahre verschwenden», fuhr der Brite fort.
«Mein wichtigstes Ziel ist vielleicht ein bisschen egoistisch, und das ist in Ordnung, denn das ist der Grund, warum ich hier bin, und zwar, weil ich um den WM-Titel kämpfen möchte. Wenn ich diese Chance also irgendwo bekomme, werde ich sie ergreifen», offenbart Bearman daraufhin. «Wenn das bedeutet, dass es nicht bei Ferrari ist, weil sie mir diese Position nicht anbieten können, dann ist das eben so. Das liegt nicht in meiner Hand.»
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