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Die Vorkommnisse beim Indonesien-GP in Sachen «Reifenluftdruck» schreien nach Veränderung – die Königsklasse sorgte für unnötige Schlagzeilen und Verwirrung. Das wissen auch die Macher der MotoGP.
Die MotoGP liefert 2026 mitreißende Spannung – nie zuvor ging es im Kampf um die WM-Titel der Königsklasse enger zu. Acht Fahrer aus sechs Teams und mit drei unterschiedlichen Marken gewannen bislang einen Großen Preis.
Doch nicht alles glänzt. Beim Gastspiel der MotoGP auf dem Mandalika International Street Circuit von Lombok am Wochenende hatte das Spektakel auch höchst fragwürdige Aspekte. Stichwort: Reifenluftdruck. Dieser ist bei den Michelin-Rennreifen ein dauerhaft sensibles Feld, das auch für Unterschiede in der Performance sorgen kann. 1,8 bar ist die vorgeschriebene Untergrenze im Rennbetrieb.
Die Zweirad-Königsklasse steht für pures Spektakel, den Kampf Mann gegen Mann inklusive Austausch von Lackpartikeln auf den Lederkombis. Die unwürdigen Fahrt von WM-Leader Jorge Martin im Sprint und von Pedro Acosta am Sonntag im GP-Rennen – getrieben von der Suche nach warmer Abluft vom Vordermann und der Sorge über zu wenig Reifenluftdruck, war wirkte wieder einmal verstörend. Es passt so gar nicht in die eigentliche Definition der MotoGP-WM.
Insbesondere im Fall von Aprilia-Werksfahrer Martin wirkte das Bild grotesk – die Luftdruck-Thematik spielte in der Hitze von Indonesien eben auch eine zentrale Rolle im brennenden WM-Duell. An einem Wochenende an dem der «Martinator» den Speed hatte, um noch mehr Punkte auf Marc Marquez herauszufahren.
Nicht wenige fragen sich, warum wird der Vorschlag eines Leid geprüften KTM-Reiters Pedro Acosta nicht sofort aufgegriffen? Eine Kontrolle soll es im Sinne der Fairness kurz vor dem Start eines Rennens geben – danach soll es keine künstliche Regulierung geben - jeder Pilot soll frei agieren – ohne Infos auf Boxentafel stressigen Dashboard-Nachrichten. Die Piloten spüren selbst am besten, was das Technik-Paket gerade verlangt.
Carlos Ezpeleta, sportlicher Direkt der MotoGP Sports Entertainment Group ist sich der heiklen Situation bewusst, unterstrich im Medienaustausch aber auch: «Die Vorschriften zum Reifendruck wurden eingeführt, da ein Betrieb mit sehr niedrigem Reifendruck zwar einen Leistungsvorteil bieten kann, gleichzeitig aber auch Sicherheitsrisiken bergen kann. Die Regeln, die sowohl von Reifenpartner Michelin als auch von den Herstellern unterstützt werden, zielen darauf ab, Sicherheit und die sportliche Fairness zu gewährleisten.»
Der Manager sieht auch für die nahe Zukunft keine Revolution in den Abläufen: «Im Hinblick auf den Wechsel der MotoGP zu Pirelli 2027 wird zunächst ein vorsichtiger Ansatz verfolgt: Das aktuelle Protokoll bleibt bestehen, die Sicherheit hat oberste Priorität hat. Langfristig ist das Ziel dann, Reifen zu entwickeln, die weniger stark davon beeinflusst werden, wenn ein Fahrer einem anderen folgt. Und es geht auch darum, jeglichen potenziellen Leistungsvorteil durch den Betrieb nahe der Grenze des Mindestdrucks eliminieren.»
Carlos Ezpeleta erklärte auch: «Die letzten technologischen Entwicklungen in der MotoGP – insbesondere im Bereich der Aerodynamik und der Systeme zur Anpassung der Fahrzeughöhe – haben auch zu einem komplexeren Rolle des Reifendrucks beigetragen.»
Doch besonderes jene Zuschauer, die die MotoGP-WM nicht laufend verfolgen, wurden am vergangenen Sonntag unnötig verwirrt und mit vielen Fragezeichen zurückgelassen. Und das sollte sehr ernst genommen werden.
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