Crutchlow über Moreira: «Gebe ihm 3 Jahre, dann kann er Weltmeister sein»
Cal Crutchlow sprach in Aragon offen über seine Herausforderungen als MotoGP-Ersatzfahrer für Johann Zarco, der in Spanien wieder zurückkehrte. Was er über «Kurzzeit-Teamkollege» Diogo Moreira denkt.
Cal Crutchlow war in Aragon, um zur Stelle zu sein für den Fall, dass es bei Comeback-Mann Johann Zarco Probleme geben wurde. Da dies nicht der Fall war, saß der Brite am Freitagnachmittag in der Kommentatoren-Kabine bei den Kollegen von motoGP.com. Dabei lieferte er spannende Einblicke. «Der Speed war bei meiner Rückkehr gar nicht so das Problem. Es ging darum, all die Dinge auf dem Motorrad wieder zu lernen», sagte Crutchlow zu seinen Erfahrungen auf der MotoGP-Honda. «Ich musste wieder lernen zu Bremsen – zum Beispiel auch in Schräglage. Es war ja auch ein anderer Hersteller als das Bike, welches ich zuletzt gefahren habe. Aber ich war happy, wieder zu fahren.»
Zum Verlauf und einem möglichen weiteren Comeback im Zirkus sagte Crutchlow: «Was mir an sechs Rennwochenenden gelungen ist, war ganz gut – und das sechs Jahre nach meinem Rücktritt als Stammfahrer. Es hat aber mein Feuer nicht wieder erweckt! Ich wusste ja, dass die Ersatzposition bei LCR von der Zeit her begrenzt war. Ich wusste, wann ich wieder heim gehe. Aber Testfahren – ja, natürlich! Ich bin durchaus offen, für etwas in diesem Bereich testen, aber ich gehe jetzt nicht herum und sage, dass ich wieder fahren will.» Crutchlow unterstrich dennoch: «Die besten Bikes in der besten Serie zu fahren und mit den besten Leuten zu arbeiten – warum nicht? Das gilt immer noch.»
Crutchlow erinnerte sich an einige Reaktionen: «Lucio wurde ja gefragt, warum er als Ersatz für Zarco keinen jungen Kerl draufsetzte – zum Beispiel aus der Moto2-WM. Das geht aber nicht – man kann hier nicht reinkommen und in zwei Wochen sofort schnell sein. Es ging eventuell um einen Moto2-Fahrer, aber die sind ja auch in ihrer eigenen Saison und wollen nicht womöglich die Karriere zerstören. Daher hat alles gut funktioniert für mich.»
Crutchlow über Moreira: «Er hat irgendeinen Trick, den ich aber nicht verraten kann»
Der ehemalige Supersport-Weltmeister sagte auch: «Honda hat gute Fortschritte gemacht. Die bekannte DNA des Motorrades ist noch immer da, jetzt fühlt sich das Bike wegen des Anpressdrucks aber anders an. Sie nutzen alle Ressourcen derzeit bei Honda. Mit Marini und Mir lief es nicht ganz optimal, aber auch sie hatten gute Rennen. Aber die 850er-Honda scheint gut zu sein.»
Zu seinem Kurzzeit-Teamkollegen Diogo Moreira sagt Cal Crutchlow: «Er hat Talent und ist gut im Kopf. Ich mag ihn – er ist ein großartiger Junge. Ich gebe ihm drei Jahre, dann kann er Weltmeister sein. Ich habe seine Daten gesehen und mitbekommen, wie er fährt. Er ist auf einem Bike, das immer noch besser wird. Er leistet dafür sehr gute Arbeit – er hat keine Furcht, er kämpft. Er regt sich nie auf und ist sehr intelligent. Es war toll, ihn als Teamkollegen in der Garage zu haben. Jetzt versteht er auch die Reifen besser, und er ist jetzt nicht mehr Passagier auf dem Bike. Er ist auf der Bremse stark – er hat irgendeinen Trick, den ich aber nicht verraten kann. Ich habe es versucht – es ist mir nie gelungen.»
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