Comeback-Mann Johann Zarco: Sechs Kaffee waren zu viel für seinen Körper
MotoGP-Routinier Johann Zarco (LCR Honda) holte im Grand Prix in Aragon trotz doppelter Long-lap-Strafe einen WM-Punkt. Der Franzose erklärte, weshalb die lange Rennpause auch etwas Gutes hatte.
Nach über drei Monaten Verletzungspause hatte LCR-Honda-Pilot Johann Zarco in Aragon sein Comeback. Der MotoGP-Routinier erreichte am vergangenen Wochenende etwas, das alle verblüffte – auch ihn selbst. Zunächst schaffte er am Freitag im Zeittraining als Zehnter den direkten Einzug ins Q2. Im Qualifying am Samstag stellte er seine RC213V auf Position 9 in die dritte Startreihe. Im Sprintrennen wurde es für Zarco ebenfalls Platz 9, womit er zweitbester Honda-Fahrer war.
Im Grand Prix am Sonntag konnte er dann nur noch gewinnen. Denn als ob seine Rückkehr nach der schweren Verletzung nicht schon schwer genug war, musste Zarco auch eine doppelte Long-lap-absolvieren. Der Grund: Der Franzose verursachte Mitte Mai den Crash in der ersten Kurve in Barcelona, in den er selbst, Pecco Bagnaia (Ducati) und Luca Marini (Honda) verwickelt waren. Damals wurde Zarco im Windschatten von Marini mitgerissen, und er konnte nicht mehr bremsen, um dem Italiener auszuweichen. Danach verkeilte sich das Bein von Zarco im Heck der Ducati von Bagnaia.
Zarco kämpfte tapfer in Aragon und landete im Hauptrennen auf Rang 15. «Ich kam hierher, um diese beiden Long-laps zu absolvieren und das Gefühl für das Bike zurückzuerlangen. Das habe ich geschafft», meinte er nach dem Grand Prix. «Ich bin so happy darüber, dass ich am Samstag einen Punkt und einen weiteren am Sonntag holen konnte. Es ist großartig, wieder mit dem Team zusammenzuarbeiten. Alle waren begeistert – ich ebenfalls. Ich bin auch glücklich darüber, dass ich nach der Pause ein interessantes Gefühl auf dem Motorrad hatte. Auch meine Kommentare waren klar. Denn wenn man viele Rennen nacheinander bestreitet, dann ist es manchmal so, dass man nicht mehr weiß, was man sagen soll. Jetzt war mein Feedback sehr klar, und ich versuche, das bis zum Ende der Saison beizubehalten.»
Zarco: «Ich habe die Pause genutzt, um den Traum am Leben zu erhalten»
Wie ist es dem 36-Jährigen im Rennen über 23 Runden körperlich ergangen? «Mein Körper hat sich sehr gut verhalten. Am Freitag hatte ich zwar noch Krämpfe, aber ich denke, das ist normal, wenn man sich wieder an das Motorrad gewöhnen muss. Und auch die sechs Kaffee, die ich am Donnerstag hatte, waren vielleicht zu viel für meinen Körper», schmunzelte Zarco. «Am restlichen Wochenende bin ich davon runtergekommen und mein Körper bedankte sich.»
Bei seinem Comeback hat Johann Zarco alle beeindruckt. Hat das Aragon-Wochenende auch seine Erwartungen übertroffen? «Ich habe die Pause genutzt, um den Traum am Leben zu erhalten. Du hast immer im Kopf, dass etwas sehr cooles passieren könnte», erklärte der Honda-Pilot. «Es hat sehr cool begonnen und endete ziemlich normal. Ich wollte so ein Wochenende haben, um diese Freude zu fühlen.»
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