Bruce McLaren wäre stolz: Formel-1-Team in Monaco vor dem 1000. Grand Prix
Laut eigener Rechnung bestreitet McLaren beim kommenden Monaco-GP den 1000. Formel-1-WM-Lauf seiner Historie. Team-Gründer Bruce McLaren wäre stolz auf seine Mannschaft.
An diesem 2. Juni jährt sich der Todestag von Vollblut-Racer und Rennstallgründer Bruce McLaren: 1970 trauerte die Renngemeinde um einen herausragenden Mann, verstorben nach einem Testunfall im eigenen CanAm-Rennwagen.
In der gleichen Woche bestreitet McLaren in Monaco den 1000. WM-Lauf seiner Rennstallgeschichte. Und dies 60 Jahre, nachdem Bruce McLaren den ersten Grand Prix im eigenen F1-Auto bestritten hatte – in Monaco!
Sonderlackierung in Monte Carlo
McLaren wird zur Feier des 1000. Formel-1-Grand-Prix in einer Sonderlackierung an den Start gehen. Die Rennwagen des Tyos MCL40 von Lando Norris und Oscar Piastri werden in einer Lackierung in Metallic-Papaya, ergänzt durch Anthrazit, auf die Strassen von Monaco rollen.
Überall auf der Lackierung finden sich Anspielungen auf die reiche Geschichte mit Details, die wichtige Meilensteine würdigen – vom ersten Rennen in Monaco 1966 über Siege und Meisterschaftstitel bis hin zum Weltrekord beim Boxenstopp. Beide Fahrer werden zudem spezielle Overalls tragen, welche die Designsprache des Autos aufgreifen.
Die Lackierung symbolisiert die Botschaft, wonach McLaren niemals aufgibt. Während sich das Team dem Meilenstein des 1000. Grand Prix nähert, hebt sie die Geschichten und die Arbeit hervor, die nötig waren, um dieses Jubiläum zu erreichen, und würdigt Momente, in denen das Team nicht nur erfolgreich war, sondern auch die Herausforderungen, denen es sich stellen musste, und wie es gestärkt daraus hervorging. Die Jubiläumslackierung wird beim MCL40 für die Grand Prix von Monaco und Spanien 2026 zum Einsatz kommen.
Am 4. Juni setzt das Team die Feierlichkeiten zu seinem 1000. Grand Prix mit einem besonderen Moment auf der Startaufstellung des Circuit de Monaco fort, wo der erste F1-Wagen des Teams, der M2B, der sich im Besitz des Uhren-Industriellen Richard Mille befindet, neben dem 1000. GP-Einsatz des Teams, dem MCL40, aufstellen wird.
McLaren ist das zweite Formel-1-Team nach Ferrari, welches die Marke von 1000 Läufen erreicht. Ferrari schaffte das 2020 in der Toskana, beim einzigen Formel-1-GP von Mugello, während Corona-Zeiten.
Der unvergessene Bruce McLaren
Der Neuseeländer Bruce McLaren sah das Leben als Herausforderung. Und er war bereit, dafür den höchsten Preis zu bezahlen. «Etwas gut zu machen, ist so erstrebenswert, dass es nicht töricht sein kann zu sterben, wenn man sich verbessern will. Es ist eine Vergeudung des Lebens, nichts aus seinen Fähigkeiten zu machen. Denn ich bin der Überzeugung: das Leben sollte nicht in Jahren bemessen werden, sondern in Errungenschaften.»
Bruce McLaren sprach diese Worte bei der Beisetzung seines Freundes, des Rennfahrers Tim Mayer (Bruder des späteren McLaren-Teamchefs Teddy Mayer).
Im Juni 1970 hätten die Worte bei den Trauerfeierlichkeiten von Bruce McLaren selber nicht passender sein können.
An diesem 2. Juni 2026 sind es 56 Jahre her, dass Bruce McLaren seinen letzten Atemzug tat.
Der Neuseeländer wäre heute 88 Jahre alt und würde staunen, was sich aus seinem Team entwickelt hat: Die McLaren-Gruppe beschäftigt rund 3000 Fachkräfte in den Bereichen Sportwagenbau, Formel-1-Rennstall und technische Sonderaufgaben. Und alles begann mit einem halben Dutzend Idealisten.
Bescheidener Anfang
«Team Bruce McLaren Motor Racing» entstand aus dem Wunsch, für die Winter-Meisterschaft «Tasman Series» (in Australien und Neuseeland) einen Formel-1-Renner umzubauen.
Charles Cooper, für dessen Rennstall der damals 26-jährige Bruce in der Königsklasse antrat, war nicht bereit, für die Serie ein Sondermodell zu bauen. Das zwang Bruce zum Alleingang und setzte somit den Grundstein einer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte.
Aus historischer Perspektive war dies der entscheidende Auslöser, der auch die spätere Überlegenheit von McLaren begründet. Für Bruce war nur das Beste gut genug, und seine Nachfolger übernahmen diese Haltung, allen voran Ron Dennis.
Einstieg in die Formel 1
Der Aufwand von McLaren zahlte sich aus, der Neuseeländer gewann die Tasman-Serie. Mit dem Erfolg kam der Wunsch nach dem Aufstieg in die Formel 1, und als dort 1966 ein neues Motoren-Reglement eingeführt wurde, sah McLaren den Zeitpunkt als gekommen.
Zu Beginn nutzten die Rennställe so ziemlich jeden Antriebsstrang, der angeboten wurde. McLaren setzte 1966 auf einen Zweiliter-BRM-V8-Motor und den italienischen Serenissima-V8, weil der eigentlich geplante Ford-V8 ungeeignet war (zu schwer, zu schwachbrüstig), und 1967 auf den BRM-V12, bevor sich der DFV-V8 von Cosworth durchsetzte. Ab 1968 kamen die ersten Grand-Prix-Erfolge.
Tod bei Testfahrten
Lange konnte Bruce McLaren die ersten Erfolge seines Rennstalls nicht geniessen: Am 2. Juni 1970 kam er bei einem CanAm-Test in Goodwood ums Leben, nachdem sich die Heckverkleidung des Rennwagens gelöst hatte.
McLarens Tod war eine Tragödie, welche die Rennsport-Welt weit über die Grenzen der Formel 1 hinaus erschütterte, so gross war Bruces Ansehen in der internationalen Szene. Dass sowohl das Formel-1- als auch das CanAm-Projekt weitergeführt werden konnten, zeigt, wie weitsichtig Bruce die Geschicke seines Teams geplant hatte. Auch das IndyCar-Projekt wurde fortgesetzt.
McLarens Wegbegleiter Tyler Alexander sagte der Belegschaft nach der Hiobsbotschaft aus Goodwood, sie können am folgenden Tag zuhause bleiben.
Aber alle erschienen zur Arbeit. Weil Bruce McLaren nichts Anderes getan hätte.
Erster WM-Titel mit Emerson Fittipaldi
Auch in der Formel 1 ging die Erfolgsgeschichte weiter: 1973 trat McLaren mit dem von Gordon Coppuck entworfenen M23 an. Emerson Fittipaldi und James Hunt holten damit 1974 und 1976 die ersten beiden WM-Titel für McLaren.
Ende der 1970er Jahre folgte eine Krise, die Erfolge wurden spärlicher und die Sponsoren nervös. Schliesslich vermittelte Titelsponsor Marlboro zwischen McLaren und Ron Dennis, der erfolgreich in verschiedenen Nachwuchsformeln unterwegs gewesen war.
Der erste Sieg des neu organisierten Unternehmens, das nun unter dem Namen «McLaren International» auftrat, feierte McLaren 1981 beim Grossbritannien-GP in Silverstone. Später durfte das neue Bündnis mit Niki Lauda (1984), Alain Prost (1985, 1986 und 1989), Ayrton Senna (1988, 1990 und 1991), Mika Häkkinen (1998 und 1999) und 2008 mit Lewis Hamilton den Fahrer-Weltmeistertitel feiern. 2025 setzte Lando Norris die WM-Serie fort.
McLaren ist heute hinter Ferrari der zweiterfolgreichste Formel-1-Rennstall. Und tritt in verschiedenen Rennserien an, seit 2017 wieder im IndyCar-Sport, ab 2027 auf der Langstrecke.
McLaren ist der einzige Konstrukteur von Renn- und Strassensportwagen, der beim Grossen Preis von Monaco, beim Indy 500 und bei den 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat.
McLaren hat 2024 den ersten Konstrukteurs-Pokal gewonnen nach 26 Jahren Durststrecke, den neunten insgesamt, 2025 folgte gleich der nächste Titel.
McLaren steht bei 177 Pole-Positions, 203 GP-Siegen (davon 56 Doppelsiege), 185 besten Rennrunden und 561 Podestplatzierungen. Nur die Zwischenbilanz von Ferrari ist noch besser.
Bruce McLaren wäre mächtig stolz.
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