Jürgen Lingg begeistert von Intact-Teamleistung: «Ziehen es zusammen durch»
Auch in Mugello ging der größte Moto2-Pokal nach beeindruckender Fahrt von Manuel Gonzalez an das deutsche Intact-Team. Auch mit Youngster Agius war Chef Jürgen Lingg nach Platz 4 hochzufrieden.
Über mangelnde TV-Zeit während des Mugello-GP konnten sich die Verantwortlichen bei Liqui Moly Dynavolt Intact GP wahrlich nicht beschweren. In der Anfangsphase blieben die Kameras lange auf WM-Spitzenreiter Manuel Gonzalez. Von Startplatz 1 – nach neuem Rundenrekord am Samstag – fuhr der Madrilene vom ersten Meter an der Spitze. Ein langweiliges Rennen war es nicht, denn insbesondere Ivan Ortola hatte ebenfalls einen sehr guten Tag erwischt – doch nicht gut genug. Im Finale fuhr Gonzalez in einer eigenen Welt. Lange vor der letzten Runde stand der Mugello-Sieger fest.
Jürgen Lingg nach dem zweiten Sieg in Serie: «Man kann sich nicht besser verkaufen. Er hat exakt da weitergemacht, wo er in Barcelona aufgehört hatte – und das ohne den allerkleinsten Fehler. Seine Konzentrationsleistung war absolut herausragend Manu hat genau gewusst, was er macht, und genau gespürt, was passiert. Er hat das Limit ausgelotet, es berührt und verwaltet – schwer beeindruckend.»
Genug Zeit, sich auf den Kampf von Senna Agius um Platz 3 zu widmen. Der Australier fuhr insofern ein nicht minder bemerkenswertes Rennen, als er nur aus Startreihe 3 in den Italien-GP startete – und wie auch zuletzt in Barcelona auf der langen Hauptgeraden von Mugello mehr als einmal zurücküberholt wurde.
Es dauerte bis zur allerletzten Runde, dann hatte auch Agius einen Fuß in der Tür zur Siegerehrung. Nach einem beherzten, aber mit feinster Präzision vorgetragenen Manöver lagen die schwarzen Moto2-Renner auf den Plätzen 1 und 3. Doch während Gonzalez bereits über die Linie war, nutzte Dani Holgado seinen Größen- und Gewichtsvorteil und ging Meter vor der Flagge wieder vorbei.
Für Boss Jürgen war der Schmerz zu verkraften: «Da kannst du so viel im Windkanal testen, wie du willst – in dieser Situation hatte Holgado die besseren Karten. Dass er rangefahren ist und überhaupt noch vorbeigezogen ist, sagt ja alles zu seinem ebenfalls sehr starken Rennen. Aus meiner Sicht haben beide Fahrer in Mugello perfekt gearbeitet – und es zeigt mir auch, wie gut wir mit dem Team insgesamt dastehen. Wir ziehen das zusammen durch und das ist das beste Gefühl überhaupt.»
Mit Blick auf den Ungarn-GP drückt Lingg bewusst etwas auf die Bremse: «Uns ist klar, nichts ist geschenkt, und wir müssen auch am Balaton mit Ruhe und Konzentration. Für Senna ist ja die Premiere – letztes Jahr musste die Runde mit seiner Verletzung auslassen. Es ist eine sehr spezielle Strecke, also halten wir auch weiter beide Füße fest am Boden.»
2025 feierte Moto3-Champion David Alonso seinen ersten Moto2-Sieg bei der Premiere auf der neuen Piste am Balaton. Für Manuel Gonzalez lief es mit Platz 3 gut – doch Rang 2 ging ausgerechnet an den späteren Champion Diogo Moreira. Senna Agius, der sich zuvor am Red Bull Ring verletzt hatte, wurde in Ungarn von Sergio Garcia vertreten, der knapp einen WM-Punkt verpasste.
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