Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia im Clinch mit TV-Journalisten
Ducati-Corse-Ass Francesco Bagnaia sprach im Vorfeld des MotoGP-Events in Spielberg über die aus seiner Sicht respektlose Aktion von spanischen Kollegen nach seinem sportlichen Misano-Fiasko.
Die MotoGP-WM absolviert am kommenden Wochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg den letzten europäischen Zwischenstopp, bevor es danach in Asien weitergeht. Für Ducati-MotoGP-Werksfahrer Pecco Bagnaia (29) ist das Event eine besonders wichtige Standortbestimmung, bevor es in Übersee in das Finale seiner Ära bei Ducati Corse geht.
Bagnaia erschien am Donnerstag auffallend gut gelaunt zum Pressetermin, setzte dann aber gleich eine deutlich ernstere Miene auf, als es um die Ereignisse von Misano ging. Dort wurde ein halbprivates Gespräch von Bagnaia vom Samstag von einer TV-Crew des Senders DAZN Spanien aufgezeichnet und dann auch teilweise veröffentlicht – gemäß Bagnaia jedoch in einem falschen Zusammenhang. Bagnaia sprach dabei offen über fehlende Unterstützung von Ducati. Es gab Gesprächsbedarf: «Ihr kennt mich alle sehr gut – ihr hört mir jedes Mal zu, wenn wir Rennen fahren. Ich habe immer gesagt, dass ich von Ducati die volle Unterstützung habe», erklärt der zweifache Champion.
Klare Ansage vom Ducati-Werksfahrer
Der Italiener weiter: «Was in Misano passiert ist, war komplett respektlos von DAZN. Es ist jetzt, was es ist. Das aufgenommene Video war aber komplett aus dem Kontext gerissen. Okay, wir haben über etwas gesprochen, was nicht geheim war, es war privat. Aber das Video ist nicht vollständig. Da war noch etwas enthalten, worüber wir gesprochen haben. Sicher war der letzte Teil, den ich dann gesagt habe, nicht korrekt. Wir stecken in einer schwierigen Phase. Manchmal sagt man da auch etwas Unüberlegtes – oder man sagt es auf die falsche Art.»
Bagnaia fügte in Österreich an: «Was ich sagen wollte: Ich habe mehrfach versucht, die Dinge umzustellen – aber Ducati erlaubt es mir nicht. Okay, was aus meinem Mund kam, war falsch – aber was dann passiert ist, war ein Desaster für mich.. Das Verhältnis zwischen Fahrern und Journalisten sollte gut sein. Ich habe euch immer freundlich behandelt, war nie böse und habe alle Fragen beantwortet. Ich weiß, wie wichtig die Journalisten sind, weil sie für uns in die Welt hinaus sprechen.» Auch berichtete der langjährige Ducati-Athlet, dass er sich mit den Ducati-Bossen ausgesprochen hat.
Bagnaia: Medien müssen transparent sein!
Der Turiner betonte: «Ihr könnt jederzeit unsere Aussagen nehmen und sie in anderem Kontext veröffentlichen. Ihr müsst aber transparent sein. Ich weiß auch, dass es manchmal wichtig ist, einen guten Titel für viele Online-Klicks zu haben. In der Zukunft werdet ihr daher vielleicht weniger von mir bekommen. Wir haben am Mittwoch darüber mit Ducati gesprochen. Das, was auf den Bildern zu sehen war, sieht furchtbar aus. Aber die Jungs haben auch die Interviews vom Freitag und Sonntag. Dort habe ich gesagt, dass mich Ducati unterstützt, das wissen sie. Und sie wissen daher, dass ich nicht verrückt bin. Klar, ich habe auch «Sorry» für die Worte, die ich gesagt habe. Es ist wichtig für unser Verhältnis, denn die Beziehung ist eine gute.»
Sportlich kann es für Pecco Bagnaia in Österreich nur besser laufen. Die letzten sechs MotoGP-Wettfahrten blieb die Nummer 63 ohne WM-Punkte.
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