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Ginger Molloy (88): Neuseelands erster 500-ccm-Vizeweltmeister verstorben

Im Alter von 88 Jahren starb Mitte September der frühere GP-Sieger William Garth «Ginger» Molloy. Er war der erste Neuseeländer, die in der heißumkämpften Halbliter-Klasse Vize-Weltmeister wurde.

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Im Artikel erwähnt


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Rugby ist in Neuseeland unumstritten der Nationalsport Nummer 1. Kein Wunder also, dass sich William Garth Molloy als Jugendlicher wie viele seiner Altersgenossen davon in den Bann gezogen wurde. In seiner Heimatstadt spielte er Ende der 1950er-Jahre für Huntly United in der Rugby League. Einer seiner Teamkollegen war damals Hugh Anderson, mit dem er sich auch das Interesse für den Motorradrennsport teilte.

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Anderson entwickelte sich in Europa rasch zu einem Spitzenfahrer. 1963 wurde der zum Suzuki-Werksfahrer aufgestiegene Neuseeländer in den Klassen 50 ccm und 125 ccm Doppel-Weltmeister. 1963 folgte in der sogenannten Schnapsglas-Klasse WM-Titel Nummer 3 und 1965 ließ er in der Achtelliter-Kategorie abermals seine Konkurrenten hinter sich.

Durch die Erfolge seines Freundes angespornt, wagte auch Molloy den Sprung nach Europa, um sein Glück zu versuchen. Nach einigen sehenswerten Ergebnissen bei internationalen Rennen, debütierte er mit einer Bultaco 250 beim Ulster Grand Prix nicht nur in der Weltmeisterschaft, Molloy durfte sich als Sechster sogar über seinen ersten WM-Punkt freuen.

Für Molloy, der wegen seiner roten Haarpracht bald nur noch Ginger gerufen wurde, war Irland ein guter Boden, denn nur ein Jahr nach seiner WM-Premiere gewann er auf dem Dundrod Circuit das Rennen der Viertelliter-Klasse. Mit acht Punkten belegte der Bultaco-Pilot den zehnten Platz in der Endabrechnung der Weltmeisterschaft.

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Nach einer durchwachsenen Saison 1967 lief es im Jahr darauf wieder erheblich besser. Nach zweiten Plätzen in Spanien und den Niederlanden und einem vierten Rang in Irland beendete er die 125er-WM hinter den Yamaha-Werkspiloten Phil Read und Bill Ivy an der dritten Stelle. Bei den 250ern und 350ern reichte es am Ende jeweils zum fünften Endrang.

Nach einem weiteren Jahr zum Vergessen, folgte eine Saison, die für den freundlichen Neuseeländer nicht viel besser hätte laufen können und das beste seiner bemerkenswerten Karriere wurde. Auf seiner Kawasaki H1R musste er 1970 in der Halbliter-Klasse nur den unschlagbaren Italiener Giacomo Agostini auf dessen legendärer MV Agusta den Vortritt lassen.

Vor allem i Neuseeland wurde er durch diesen Erfolg zu einer Legende, war er doch der erste Fahrer aus dem kleinen Land, der in der Königsklasse Vize-Weltmeister wurde. 1971 schaffte dann Keith Turner dieses Kunststück und 1973 war es dann Kim Newcombe auf einer Eigenbau-Maschine mit König-Motor, der die Weltmeisterschaft auf Platz 2 beendete.

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Nach acht Jahren packte er mit seiner Frau, die er in Europa kennengelernt hatte, die Koffer und kehrte in seine Heimat zurück. Nur zu besonderen Anlässen ließ sich Molloy in Europa blicken. Bis zum Alter von 71 Jahren fuhr er in Neuseeland weiterhin Rennen. Erst eine schwere Kopfverletzung zwang ihn, etwas kürzer zu treten. Mitte September starb er im Alter von 88 Jahren.

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