Beatriz Neila verwundert: Ihr Stinkefinger als Sticker auf WhatsApp & Insta
Mehr Drama und Action als in der Motorrad-Frauen-WM in Donington Park ist kaum vorstellbar. Die WM-Zweite Beatriz Neila bekam Aufmerksamkeit von den Fans, wie sie sie sich nicht gewünscht hatte.
Drei Monate haben die Teilnehmerinnen an der Frauen-Weltmeisterschaft auf der Rundstrecke Pause bis zum Showdown Mitte Oktober in Jerez. Um ein Haar wäre der Titelkampf bereits beim vorletzten Event in Donington Park Mitte Juli entschieden worden, doch dann überschlugen sich die Ereignisse.
Im ersten Rennen wurde Neila bereits in der ersten Runde in Kurve 7 von Titelrivalin Maria Herrera abgeräumt, die dafür zwei Long-laps als Strafe aufgebrummt bekam und trotzdem souverän gewann. Herrera baute ihren Vorsprung in der Gesamtwertung damit von 24 auf 49 Punkte aus.
Im zweiten Lauf kreuzte Herrera als Erste vor Neila den Zielstrich und feierte in der Auslaufrunde ausgelassen, weil sie fest davon ausging, dass sie zum zweiten Mal Weltmeisterin ist. Wir sahen Burn-outs, ihr Motorrad wurde mit einer goldenen Nummer 1 beklebt und Maria bekam ein Champions-T-Shirt übergestreift. Erst im Parc fermé erfuhr sie, was die Fernsehzuschauer bereits wussten: Für ihren Rempler gegen Paola Ramos in der letzten Runde (mit folgendem Sturz) hatte sie eine 6-Sekunden-Strafe kassiert, womit Neila als Siegerin gewertet wurde und Herrera als Zweite. Statt vor den letzten beiden Rennen in Jerez uneinholbar mit 54 Punkten vorne zu liegen, beträgt der Vorsprung von Herrera nun 44 Zähler
Bea Neila: Sturz, null Punkte – Geldstrafe!
Für Neila war das England-Wochenende eine
«Ich dachte, das Fernsehen wäre woanders», meinte Neila mit etwas Abstand zu den Geschehnissen. «Dann kam meine Schwester zu mir und sagte, dass ich bezahlen muss, weil ich den Finger gezeigt habe. Ich stürzte, bekam null Punkte und dann auch noch die Geldstrafe! Seither gibt es meinen Finger als GIF und Sticker in WhatsApp und auf Instagram. Dieser Samstag war ein schwieriger Tag, in Social Media ging es voll ab, das war schrecklich.»
«Der Rückstand ist groß, es wird sehr schwierig, die Meisterschaft zu gewinnen», ist sich «Bea» bewusst, die aus eigener Kraft nicht mehr Champion werden kann. Entsprechend will sie das Finale in ihrer Heimat angehen. «Ich bin in der sehr glücklichen Lage, dass mich viele Leute unterstützen. Nach dem Crash am Samstag kamen sie zu mir und meinten, dass ich mir keinen Kopf machen soll, falls ich die Meisterschaft verliere. Sie sagten mir, dass sie mich als Menschen kennen, dass ich unglaublich bin und sie mich lieben. Ich soll mich entspannen, meinen Sport genießen und der Welt zeigen, dass ich es kann.»
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