Jack Miller über sein MotoGP-Aus: Zeit für das zweite Karriere-Kapitel
Am Donnerstag wurde das Ende der Zusammenarbeit zwischen MotoGP-Routinier Jack Miller und Pramac Yamaha offiziell. In Aragon erklärte er, warum er den Blick konsequent nach vorne richtet.
Es war kein Paukenschlag, eher eine Formalie: Wie von SPEEDWEEK.com berichtet, gab Pramac Yamaha vor dem Aragon-GP bekannt, dass die Wege von Jack Miller und dem italienischen Team am Saisonende auseinandergehen. Als Nachfolger auf dem Platz neben Toprak Razgatlioglu wurde am selben Tag Izan Guevara bestätigt. Diese Personalie deutete sich über Wochen an und war keine Überraschung: «Es waren ja nur ein paar Instagram-Posts, aber wir wussten es im Grunde schon», sagte der Australier in der Medienrunde am Donnerstag. Er will bis zum Saisonende weiter hundert Prozent in das Projekt stecken.
Zukunft von «Jackass» liegt in der Superbike-WM
Mit dem Rennsport ist der 31-Jährige noch nicht fertig. In der MotoGP sei ihm klar, dass alle Plätze für 2027 besetzt sind. Eine Möglichkeit, weiter Rennsport auf höchstem Niveau zu fahren, gibt es in der Superbike-WM, wo ein Platz im Yamaha-Werksteam frei wird, da Xavi Vierge das Team verlassen wird.
«Im Moment laufen Verhandlungen darüber, wo unsere Zukunft liegen wird. Ich will eine Fortsetzung. Ich habe das Gefühl, dass ich noch einiges an Rennfahren in mir habe, und ich glaube, dass ich immer noch besser werde.» Noch sei nichts unterschrieben, er hoffe allerdings bald Neuigkeiten verkünden zu können.
Kein Comeback-Traum: Miller will zweites Karriere-Kapitel aufschlagen
Eine Hintertür als Stammfahrer in der MotoGP will er sich nicht offenhalten – auch wenn Testfahrten «sicher nicht ausgeschlossen» seien. «Wenn ich zur Superbike-WM hinüber gehe, will ich der beste Superbike-Fahrer werden», formulierte Miller sein Ziel bei einem Wechsel in die seriennahe Meisterschaft. «Es geht nicht darum, davon zu träumen, eines Tages zurückzukommen und wieder MotoGP-Fahrer zu sein.»
Das spätere MotoGP-Comeback hält er für ausgeschlossen. «Ich bin 31 Jahre alt, nächstes Jahr werde ich 32. Ich bin ein realistischer Mensch, ich habe über 250 MotoGP-Rennen absolviert. Drei oder vier Rennen mehr werden mein Leben nicht verändern». Es gehe darum, «eine neue Karriere aufzubauen, ein zweites Kapitel».
Sportlich ist die Bilanz 2026 ernüchternd: 19 Punkte, WM-Rang 20 – neben seiner Rookie-Saison das schwächste Jahr des viermaligen MotoGP-Siegers. In Aragon ist er angriffslustig: «Wir haben uns hier letztes Jahr schwergetan, vor allem damit, Traktion zu finden. Mit unserem Motorrad in diesem Jahr sollten wir etwas konkurrenzfähiger sein.»
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