Moto2-Pläne von KTM: Für zukünftige MotoGP-Fahrer muss das Timing stimmen
KTM hat für die MotoGP-WM 2027 erst zwei von vier Fahrer beisammen, die Planungen für die Moto2 stehen deshalb hinten an. Rennchef Pit Beirer verriet SPEEDWEEK.com, in welche Richtung sie gehen.
Nach und nach verlautbaren die Hersteller ihre Werksfahrer für die MotoGP-WM 2027 und 2028. Ducati (Marc Marquez, Pedro Acosta) ist vorgeprescht, Aprilia (Marco Bezzecchi, Pecco Bagnaia) sowie Yamaha (Jorge Martin, Ai Ogura) haben nachgezogen. KTM wird seine Piloten voraussichtlich nächste Woche bekanntgeben, im Vorfeld des Deutschland-GP auf dem Sachsenring (10.–12. Juli).
Im Werksteam Red Bull KTM werden Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio fahren, bei Tech3 steht die Entscheidung noch aus. Maverick Vinales rechnet damit, dass es nicht mit KTM weitergeht und
Erst wenn die MotoGP-Plätze festgezurrt sind, wird sich KTM-Rennchef Pit Beirer intensiver mit der Moto2 und Moto3 beschäftigen, wie er SPEEDWEEK.com im Vieraugengespräch verriet. In der Moto2 liegen Collin Veijer und José Antonio Rueda kurz vor der Saisonhalbzeit nur auf den Gesamträngen 10 und 17, beide haben für 2027 bislang keinen Job und ihre Manager hören sich deswegen auch bei anderen Teams um.
Pit Beirer: «Die Burschen entwickeln sich sehr dynamisch»
«Wir versuchen dieses Thema noch ein bisschen zu schieben», bemerkte Beirer. «Die jungen Burschen entwickeln sich sehr dynamisch und man muss allen ein bisschen Zeit geben. Collin hat Highlights gesetzt, bei denen wir gesehen haben, dass es nach vorne gehen kann. Zwischendrin gab es aber auch Phasen, in denen wir uns gefragt haben, ob das jemals etwas wird. Deswegen sind wir uns noch nicht ganz sicher, wo die Reise hin geht. Und dann haben wir Rueda. Er hatte im vergangenen Herbst diesen hässlichen Unfall und dann den Umstieg von der Moto3 in die Moto2 zu verkraften. Ihm müssen wir Zeit geben. Schon in Brünn haben wir viele Highlightrunden gesehen, der Kerl kann ja Motorrad fahren. Deshalb wollen wir alle, die wir haben, beruhigt dort lassen, wo sie sind, und haben keine Bewegungen geplant.»
«Wir haben ja noch gemeinsam mit Günther Steiner zwei MotoGP-Plätze zu belegen», betonte der ehemalige Motocross-Vizeweltmeister. «Wir müssen auch ein bisschen vorausschauen, wer für wie lange einen Vertrag bekommt. Denn wir dürfen unseren Unterbau nicht vergessen, der sich bei uns MotoGP Academy nennt. Wir müssen so planen, dass wir zum richtigen Zeitpunkt von unten heraus jemanden hätten für die großen Bikes.»
Wir müssen ein bisschen vorausschauen, wer für wie lange einen Vertrag bekommt.pit beirer
Macht Red Bull KTM Ajo in der Moto2 mit Veijer und Rueda weiter, bedeutet dies, dass es beim österreichischen Hersteller keine Aufstiegschance für Alvaro Carpe oder Brian Uriarte gibt, momentan Zweiter und Vierter der Moto3-WM – deutlich hinter Titelanwärter Maximo Quiles. Bleibt dieses Duo, wird KTM auch keinen Gebrauch von seinem Vorzugsrecht machen, den Sieger des Red Bull Rookies Cups ins Moto3-Werksteam zu holen. In der Nachwuchsklasse liegt derzeit der Spanier Benat Fernandez (18) vorne, im Vorjahr letzter Weltmeister der danach abgeschafften Klasse Supersport 300.
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