Marc Marquez (6.) über Assen: Hier gehst du ein sehr hohes Risiko ein
Nach dem Trainingsfreitag in Assen sprach MotoGP-Champion Marc Marquez darüber, weshalb er den TT Circuit nicht mag. Die Entfernung des Holeshot-Device bringt für ihn neue Gefahren mit sich.
Nachdem Marc Marquez seine MotoGP-Zukunft für die Jahre 2027 und 2028 in dieser Woche unter Dach und Fach gebracht hat, konnte er sich am Freitag in Assen wieder seiner eigentlichen Arbeit widmen.
Im FP1 am Freitagvormittag stürzte der Ducati-Pilot in der zweiten Kurve über das Vorderrad. Er blieb unverletzt und konnte die Session wenig später wieder aufnehmen. «Es war mein Fehler. Ich bin über das Vorderrad gestürzt», meinte er knapp. In der Endabrechnung landete Marquez auf Rang 10.
Pflichtprogramm erledigt
Am Nachmittag folgte das MotoGP-Zeittraining. Dort lief eigentlich alles nach Plan. Zwar waren die Aprilia-Piloten eine Klasse für sich, doch MM93 konnte sich locker in den Top-10 halten. Kurz vor dem Ende der Session folgte dann der heftige Abflug von Bruder Alex Marquez (Gresini Ducati). Der neunfache Champion fuhr zurück in die Box und sah von dort aus zu, wie Alex etwas benommen von der Strecke wankte.
Mit drei Minuten auf der Uhr wurde die Session wieder gestartet, doch Marc blieb in der Box sitzen, nahm seinen Helm ab und beendete seinen Arbeitstag. Am Ende landete er in der Zeitenliste auf Position 6, was für den direkten Einzug ins Q2 am Samstag reichte.
«Das Ziel war es, in die Top-10 zu kommen. Als ich sah, dass die Zeit akzeptabel war, bin ich in der Box geblieben. Morgen ist ein anderer Tag», so Marquez. «Ich habe sofort verstanden, dass ich auf dieser Strecke meine Probleme habe. In diesem Jahr wird es noch etwas schwerer als in den Jahren zuvor. Ich werde versuchen, zu überleben.»
Was macht es für ihn auf dem TT Circuit Assen so schwierig? «Die Richtungswechsel kommen zu schnell, es ist sehr eng. Ein kleiner Fehler kann hier teuer sein. Ich fühle mich beim Fahren nicht sehr wohl. In Kurve 1 fühle ich mich okay, aber in den Kurven 2, 3 und 4 kann ich es nicht genießen», haderte der Spanier.
Mag er die niederländische Strecke nicht? «Ich mag sie nicht … ich meine, ich habe hier Rennen gewonnen. Es ist hier aber sehr schnell, eng und die Auslaufzonen sind voll mit Kies. Es befinden sich sehr große Steine im Kies. Dies ist eine der Strecken, wo ich auf Regen hoffe. Dieses Jahr wird dies aber nicht eintreffen», schmunzelte Marquez. «Das Layout an sich ist schön, ich mag es. Aber das Risiko, welches du auf dieser Strecke eingehst, ist sehr hoch – das mag ich nicht. Am Ende sind wir aber alle Profis und du kannst nicht alle 22 Strecken lieben.»
Starts ohne Holeshot-Device
Am Ende der beiden Freitagssessions hatten die MotoGP-Piloten jeweils die Gelegenheit Starts ohne das Hole-Shot Device zu übern. Routinier Marquez war schon in der MotoGP, lange bevor die Startvorrichtung eingeführt wurde. Wie ist es ihm am Freitag ergangen? «Es geht um zwei Dinge: Vom Start bis zur ersten Kurve ist es viel gefährlicher, aber vom Bremspunkt zur Kurve ist es sicherer», erklärte der 33-Jährige. «Ich hatte vier Starts und bei zwei davon hat mein Vorderrad bis zur ersten Kurve nicht den Boden berührt. Alleine ist es einfach, das zu managen, denn dann gehst du einfach vom Gas. Wir werden sehen, wie das mit all den anderen Motorrädern funktioniert und wer dann vom Gas geht. Das ist aber normal. Das Hinterrad ist sehr weit unten, weil wir das Rear-Device benutzen können – wir haben dadurch mehr Performance. Aber wir haben kein Front-Device. Der Bremspunkt fühlt sich dadurch natürlicher an, aber vom Start zum Bremspunkt kann leicht etwas passieren. Ich hoffe, dass jeder die Kontrolle behält. Im Jahr 2016 oder 2017 in Catalunya hat mich Petrucci berührt und er ist in die Wand gekracht. So etwas kann passieren.» Wäre es besser, auch das Rear-Device zu verbieten? «Es ist unmöglich, dieses zu verbieten. Ich glaube, dass es dann nicht zu kontrollieren wäre, weil wir dieses auch beim Fahren einsetzen. Das Holeshot-Device nutzen wir nur beim Start.»
Wie geht es seinem Bruder Alex nach dem heftigen Crash im Zeittraining? «Ich habe nach ihm gesehen und er hat keine Brüche. Er hat aber überall Schmerzen, weil er zu schnell war.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




