Marc Marquez (2.) in Katar ohne Siegchance: «Mein Rennen war gegen Martin»
Marc Marquez wurde beim Katar-GP Zweiter hinter Aprilia-Ass Marco Bezzecchi. Die Titelparty musste er vertagen. Der Lenovo-Ducati-Pilot fuhr ein schlaues Rennen und ging keine unnötigen Risiken ein.
Am Samstag hatte Marc Marquez im turbulenten Katar-Sprint alles richtig gemacht. Nach Abbruch und Neustart setzte er sich gegen Marco Bezzecchi durch, der nach einer Berührung mit dem Spanier stürzte, und feierte seinen 25. Sprintsieg. Mit 49 Punkten Vorsprung auf Jorge Martin ging der Ducati-Werksfahrer in den Grand Prix. Konnte er schon am Sonntagabend feiern? Nur mit einem Sieg – und nur, wenn Martin ohne Punkte bliebe.
Bezzecchi zu schnell, Platztausch mit Acosta
Marquez erwischte von Position 2 einen starken Start, doch an Polesetter Bezzecchi ging kein Weg vorbei. Raul Fernandez überraschte und überholte den siebenfachen MotoGP-Weltmeister. Während die beiden Aprilia davonzogen, ging Marquez auf Rang 3 kein Risiko ein. Pedro Acosta hängte sich an sein Hinterrad und schnappte sich den Weltmeister in Kurve 15. Kurz darauf ließ der KTM-Pilot Marquez mit einem Fingerzeig demonstrativ wieder vorbei – wie schon in Mandalika. Der Grund: Wieder einmal der Reifendruck.
Späte Aufholjagd brachte Marquez auf Platz 2 vor
Danach drehte Marquez auf. Mit hohen 1:52er-Rundenzeiten war er zeitweise der Schnellste auf der Strecke und nahm Fernandez mehrere Zehntel pro Runde ab. In der Schlussphase zog er auf der Start-Ziel-Geradem scheinbar mühelos am Trackhouse-Piloten vorbei. An Bezzecchi kam Marquez nicht mehr heran,
«Heute war meine Strategie sehr clever. Ich wollte einfach das Rennen managen», erklärte Marquez. «In den ersten fünf Runden war es egal, ob jemand wegfährt. Mein Rennen war vor allem gegen Martin.»
Acosta habe ihn wegen eines Reifendruckproblems vorbeigelassen. «Ich habe gesehen, dass ich in dieser Phase des Rennens noch schneller fahren konnte, aber ich wusste, dass ich mit diesem Fahrstil den Vorderreifen zerstöre. Am Ende war Platz 3 okay, aber ich habe gesehen, dass Fernandez Probleme bekam. Man weiß nie – also habe ich angegriffen. Vier Punkte mehr.»
Weil Martin als Siebter neun Punkte holte, führt Marquez nun mit 431 Punkten und 60 Zählern Vorsprung, Bezzecchi liegt 74 Punkte zurück. In Portugal hat Marquez den zweiten Matchball. Nach dem Portimao-Sprint sind nur noch 62 Punkte zu vergeben. Gewinnt Marquez den Sprint, ist er Weltmeister, egal was das Aprilia-Duo erreicht. Als Zweiter reicht es, solange Martin den Sprint nicht gewinnt.
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