Marc Marquez (7.): Hauptsache unverletzt! Kritik an Strecke und Kies
Ducati-Pilot Marc Marquez erreichte in Assen Platz 7 und sein selbsterklärtes Hauptziel: sich nicht zu verletzen. Angesichts der vielen schweren Unfälle übte er Kritik an der Strecke und dem Kies.
Als Siebter gestartet – und am Ende wieder Siebter geworden. Ducati-Werkspilot Marc Marquez kam im Rennen in Assen zwar als Sechster ins Ziel, verlor aber nachträglich noch eine Position, weil er in der letzten Runde die Streckenbegrenzung überfahren hatte. Mit dem Ergebnis war er, wie schon am Vortag mit gleichem Ergebnis (allerdings Samstag wegen Bagnaia-Strafe als Sechster gewertet), weder glücklich noch unzufrieden.
Hauptziel: unverletzt bleiben
Marc Marquez: «Ich wusste, dass ich den 6., 7. oder 8. Platz belegen würde. Und es stimmt, dass der 5. Platz das Maximum war, wenn man sich das Rennen ansieht, aber am Ende sind wir Siebter geworden. Das Gute daran ist, dass wir ohne Verletzungen durchgekommen sind – das war mein Hauptziel.» Zwischenzeitlich war er auf Platz 3 vorgefahren, hatte sich ein enges Duell mit seinem Markenkollegen Fabio Di Giannantonio vom VR46-Team geliefert. Platz 7 – am Ende genau im erwarteten Rahmen.
Am Samstag hatte Marquez bereits angekündigt, auf Nummer sicher fahren zu wollen. Entsprechend wählte er sogar seine Reifen, nämlich den weichen Hinterradreifen: «Weil ich körperlich nicht in der Lage bin, das maximale Potenzial des Reifens über alle Runden hinweg auszuschöpfen. Also habe ich mir gesagt: Ich fahre das Motorrad langsam und gebe nur in einzelnen Runden Gas. Und um in einzelnen Runden Gas zu geben, war der weiche Hinterreifen besser geeignet.»
Ausblick auf den Deutschland-GP
Verletzungen vermeiden – sowieso immer ein Thema, besonders in Anbetracht der schweren Stürze in Assen. Aber für Marquez dürfte auch der Ausblick auf Mitte Juli eine Rolle gespielt haben. Das nächste Rennen in zwei Wochen steigt ausgerechnet auf Marc Marquez‘ Paradestrecke, dem Sachsenring. «Mal sehen, wir werden sehen, was wir dort leisten können. Natürlich erwarte ich, dass ich mich dort besser fühle als hier.»
Zum Kurs in Assen sagt der Ducati-Pilot: «Ich habe große Schwierigkeiten, von der linken in die rechte Kurve zu kommen. Vor allem, wenn ich von links wechseln und an einer Bremsstelle auf der rechten Seite ankommen muss. Dort tue ich mich besonders schwer, und heute haben mich die anderen genau dort angegriffen.»
Assen: An vielen Strecken muss etwas getan werden
Marquez: «Und am Freitag, als ich versucht habe, so zu fahren, wie ich es mir vorstelle, bin ich an dieser Stelle gestürzt, weil ich nicht die richtige Position hatte. Assen ist eine sehr schöne Rennstrecke. Aber es gibt viele Stellen, an denen etwas getan werden muss. Denn jeder Fahrer, der mit hoher Geschwindigkeit in den Kies fährt, fliegt regelrecht durch die Luft. Ich weiß nicht, was man tun muss. Aber am Freitag haben wir gesehen, wie Fermin (Aldeguer, Anm.) einen normalen Sturz hatte, aber als er in den Kies fuhr, ist er aufgeprallt. Heute hat Bezzecchi, als er in den Kies fuhr, angefangen sich zu rollen. Man muss also herausfinden, was hier zu tun ist.» Bezzecchi wurde ins Krankenhaus gebracht. Aldeguer verpasste das Rennen nach einem Unfall am Freitag.
«Niemand will der Schnellste sein»
In der WM-Wertung ist Marc Marquez Vierter. Assen-Sieger Ai Ogura kam bis auf einen Punkt an ihn ran. Marquez zur Lage in der WM-Tabelle: «Ich habe das Gefühl, dass ich nicht der Stärkste und nicht der Schnellste bin. Aber niemand will der Schnellste sein. Im Moment gibt es also fünf Namen in der Meisterschaft, die bei jedem Rennen um den Sieg kämpfen.»
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