Mir-Ersatz Nakagami (Honda): «Der letzte 1000er-Test war ein großer Schock»
Honda versucht, aus der Not eine Tugend zu machen: Im Vorfeld des Japan-GP kann sich MotoGP-Routinier als Ersatz des angeschlagenen Joan Mir schon in Österreich auf das wichtige Heimspiel einschießen.
Die Nachricht, die die Öffentlichkeit erst unmittelbar vor dem offiziellen Startschuss zum Österreich-Grand-Prix war überraschend:
Weitere wichtige Vorbereitung auf den Japan-GP
Bereits länger stand dagegen fest, dass Nakagami wie schon im Vorjahr per Wildcard beim Heimrennen in Motegi antreten wird. Nun kann der mittlerweile 34-Jährige sich bereits unter Wettbewerbsbedingungen einschießen – auch um parallel Honda in Bestform für die Prestige-Veranstaltung in der Heimat zu stärken. Man erinnert sich: 2025 stürmte Joan Mir auf der Honda-Hausstrecke an Marco Bezzecchi vorbei auf Rang 3 und sorgte so für den Jahreshöhepunkt beim weltgrößten Motorradhersteller.
Wie ernst es Honda meint, zeigte sich auch an der Aussage Nakagamis auf die Frage, wann er letztmals mit der 1000er-RC213V unterwegs war. Der treue Honda-Athlet: «Ich bin die 1000er schon diesen September in Motegi bei einem Privattest gefahren. Das war ehrlich gesagt ein großer Schock. Denn überwiegend bin ich ja mit der 850er-Honda unterwegs. Was ich sagen kann – ich bin mit den Bikes insgesamt viel unterwegs, um nicht zu sagen Nonstop.»
Spektakulärer Fahrplan
Nakagami berichtete: «Vorgestern und gestern war ich noch in Mugello, auch mit Aleix, der uns nach sechs Monaten nun wieder unterstützen kann – das wird sehr helfen. Nun bin ich beim Österreich-GP mit der 1000er, am Montag wieder der 850er-Test in Spielberg. Nächste Station ist der Japan-GP mit der Wildcard und direkt im Anschluss gehen wir mit der 850er wieder nach Sepang.
Taka Nakagami war am Tag vor der ersten Session auf dem Red Bull Ring in Plauderlaune. So berichtete der langjährige LCR-Pilot Interessantes zur 850er-Honda und geriet dabei fast ins Schwärmen. «Um ehrlich zu sein, ich habe mehr Vergnügen mit der 850er. Das Motorrad ist leichter – und es fühlt sich natürlicher an. Das Fahren ist purer, man kann das Thema «Ride Height Device» einfach ausblenden. Mir kommen auch die Dimensionen und die kompakte Aerodynamik zugute – es macht wirklich viel Spaß.»
Angesprochen auf die weiteren Unterschiede zur aktuellen Einliter-Prototypen-Ware bestätigte Nakagami aber nur kurz: «Allein die Pirelli-Reifen machen die 850er zu einem komplett anderen MotoGP-Bike.»
Zurück in die Steiermark. Vor gut einem Jahr überzeugte Joan Mir mit Platz 6, Zarco und Marini landeten auf den Plätzen 12 und 13 weiter hin. Nakagami könnte alles andere als Kanonenfutter sein – doch der immense Testfahrplan dürfte die Risikobereitschaft des japanischen Ersatzfahrers bremsen.
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