Rallye Saudi-Arabien abgesagt – WM endet auf Sardinien
Es ist offiziell! Das Finale in Saudi-Arabien wurde angesichts der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten abgesagt. Mangels Alternativen endet die Saison 2025 Anfang Oktober in Italien.
Aus 14 werden 13 Läufe. Und aus dem geplanten Wüsten-Finale wird ein Showdown auf den Schotterpisten der Mittelmeerinsel. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Gesprächen zwischen der FIA, dem WM Promoter, dem saudischen Automobil- und Motorradverband SAMF und dem lokalen Veranstalter. Der Grund: Die anhaltende Unsicherheit in der Region macht die logistische Planung des WRC-Laufs zu riskant.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem erklärte: „Aufgrund der anhaltenden regionalen Entwicklungen wird der WRC-Teil der Rallye Saudi-Arabien in diesem Jahr jedoch nicht stattfinden.“ Gleichzeitig macht die FIA klar: Das ist kein Abschied. Ben Sulayem will gemeinsam mit den saudischen Partnern und dem WM-Promoter daran arbeiten, die Rallye 2027 zurück in die Weltmeisterschaft zu bringen.
Saudi-Arabien soll dennoch im Rallyesport präsent bleiben. Die Veranstaltung soll vom 12. bis 15. November wie geplant als Lauf der FIA Middle East Rally Championship stattfinden. Nur der WRC-Status fällt 2026 weg.
Für die FIA und den WM-Promoter ist der Schnitt trotzdem hart. Die Saudis haben einen langfristigen Vertrag, deren Lauf als spektakuläres Saisonfinale vorgesehen war. Schnelle Schotterpassagen, offene Wüstenabschnitte und technisch anspruchsvolle Prüfungen rund um Dschidda sollten die Weltmeisterschaft beschließen. Daraus wird nun nichts.
Der entscheidende Punkt ist die Logistik. Ein WM-Lauf bedeutet weit mehr als ein paar abgesperrte Straßen. Fahrzeuge, Ersatzteile, Werkzeuge und Personal müssen über große Distanzen transportiert werden. Dazu kommen Reiseplanung, Versicherungen, Unterkünfte, Sicherheitskonzepte und die Koordination zahlreicher internationaler Beteiligter.
Genau hier wurde die Lage zu unsicher. Die FIA und der WM-Promoter prüften nach eigenen Angaben verschiedene Möglichkeiten. Am Ende blieb nur die Streichung. Einen Ersatzlauf gibt es nicht.
Sardinien wird damit plötzlich zum Finale – und das hat es in sich. Vom 1. bis 4. Oktober geht es auf den anspruchsvollen Schotterprüfungen der Insel um die letzten WM-Punkte. Enge Wege, ausgewaschene Passagen, blinde Kuppen und hoher Reifenverschleiß machen die Rallye zu einer brutalen Prüfung für Fahrer und Autos. Und diesmal geht es um alles.
Nach zwölf Läufen trennen Elfyn Evans und Sami Pajari gerade einmal 17 Punkte. Oliver Solberg liegt mit 209 Zählern weitere vier Punkte zurück. Sardinien wird damit nicht nur zum vorgezogenen Saisonende. Die Insel kann über den Ausgang der Weltmeisterschaft entscheiden.
Auch für die Teams ändert sich die Planung. Die ursprünglich für November angesetzte Reise nach Saudi-Arabien entfällt. Transporte, Personal und Vorbereitung für den Wüstenlauf können gestrichen werden.
Der Kalender ist damit klar: Nach Chile folgt Sardinien. Danach ist Schluss.
Am 4. Oktober fällt auf den Schotterpisten der Insel der letzte Vorhang der WRC-Saison 2026.
Das geplante Saudi-Finale ist Geschichte. Für 2027 bleibt die Tür offen. Bis dahin gehört die letzte WM-Schlacht Sardinien.
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