Marc Marquez (Ducati): «Die erste Kurve ist immer die gefährlichste Stelle»
In der MotoGP wird derzeit über ein vorgezogenes Verbot der Startvorrichtungen (Holeshot-Devices) diskutiert. Was Champion Marc Marquez dazu sagt – er stellt einen Vergleich mit früheren Jahren an.
Nach den schweren Crashs in der ersten Kurve in Barcelona und auf dem Balaton Park Circuit, wird darüber diskutiert, die Startvorrichtungen (Holeshot-Devices) schon in diesem Jahr zu verbieten – nicht erst 2027, wenn die neuen MotoGP-Regeln in Kraft treten.
Das Verbot zielt darauf ab, das Risiko bei den Starts, insbesondere in der ersten Kurve, zu reduzieren. Einige Fahrer würden es befürworten, wenn die Holeshot-Devices so rasch als möglich aus der MotoGP verbannt werden. Andere wiederum sind sich nicht sicher, ob dies zu mehr Sicherheit beitragen würde.
«Die Fahrer, die vorne starten, sind gezwungen, am Limit zu bremsen»Marc Marquez
Champion Marc Marquez hat zu diesem Thema eine spezielle Meinung – er bringt weitere Faktoren in die Diskussion ein. «Das größte Problem ist, dass wir am Sonntag den vierten Start am Wochenende erleben. Wir haben zwei davon im FP1, einen im Sprintrennen und einen im Hauptrennen. Der erste Fahrer ist im Rennen normalerweise derjenige, der in Kurve 1 den Bremspunkt vorgibt. Wenn du dann zum vierten Mal dorthin kommst, hast du für dich in Sachen Bremspunkt bereits das Limit herausgefunden. Die Fahrer, die vorne starten, sind gezwungen, am Limit zu bremsen, weil die Piloten hinter ihnen Fehler machen können», schilderte der Ducati-Werksfahrer das Problem. «In der Vergangenheit war es so, dass der erste Fahrer am Sonntag in der ersten Kurve zweimal gebremst hat, denn du willst die Kurve gut erwischen und es ist dein erster Versuch. Der Spielraum war damals größer. Jetzt weißt du am Sonntag genau, wo sich dein Bremspunkt befindet. Zum Beispiel in Balaton habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr in der ersten Kurve geführt. Ich hatte meine Markierung im Kopf und ich bremste dort zu 100 Prozent. Martin machte dann einen kleinen Fehler. Er bremste bei der Markierung, doch dann rutschte ihm das Vorderrad weg – er hatte keine Zeit, zu reagieren.»
Unkontrollierte Wheelies
Marc Marquez erlebte die Zeiten, in der es noch keine Devices gab – er kennt somit den Unterschied sehr gut und kann die Vor- und Nachteile beurteilen. «Das Rear-Device macht den Kurvenausgang einfacher – immer. In einigen Bereichen, etwa in Kurve 1 in Mugello, ist es damit sicherer. Das Motorrad ist ruhiger und stabiler. Das Rear-Device ist in manchen Bereichen sicherer, aber niemals gefährlich», so Marquez. «Wegen des Front-Devices kann man beim Bremspunkt manchmal ein seltsames Gefühl haben, aber wenn man sich beispielsweise an Catalunya im Jahr 2017 oder so mit Petrucci erinnert, wo wir noch keine Devices hatten. Als wir damals gestartet sind, gab es einen langen Wheelie und als das Vorderrad wieder den Boden berührte, blockierte es. Als Folge gab es einige gefährliche Bewegungen auf der Geraden. War das sicher? Nein! Klar, beim Bremspunkt war es sicherer, aber die erste Kurve ist immer die gefährlichste Stelle. Und jetzt haben wir 44 Starts in der Saison – deshalb sind es mehr Unfälle.»
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