Kein Vorgehen gegen Monaco-Ergebnis: So begründet Mercedes die Kehrtwende
Das Mercedes-Team hat sich entschieden, nun doch keine Überprüfung des Monaco-Ergebnisses zu beantragen. Das Werksteam der Sternmarke liefert auch einen Grund für den Rückzug des Antrags.
Mit dem Fallen der Monaco-Zielflagge fingen die Streitereien an. Denn im berühmten Rennen auf den Strassen des Fürstentums wurden ungewöhnlich viele Strafen wegen Tempolimit-Überschreitungen in der Boxengasse ausgesprochen. Gleich sechs Mal wurde ein Temposünder gemeldet, dabei erwischte es Pierre Gasly gleich zwei Mal, während Lewis Hamilton, George Russell, Franco Colapinto und Oscar Piastri jeweils einmal notiert und bestraft wurden.
Gasly war der Einzige, der seine Strafen nicht absass, und er war auch der Einzige, der einmal mit mehr als 60,1 km/h geblitzt wurde – bei der zweiten Überschreitung wurden 60,4 km/h gemessen. Das Alpine-Team nahm von seinem Recht auf Überprüfung gebrauch und die entsprechende Untersuchung zeigte, dass die Truppe des französischen Fahrzeugherstellers Renault nachweisen konnte, dass Gasly nie zu schnell unterwegs gewesen. Die Regelhüter räumten einen Messfehler ein und strichen die zwei 5-sec-Zeitstrafen von Gasly, durch die der Franzose wieder auf den dritten Platz vorrückte.
Das kam bei der Konkurrenz nicht gut an. Red Bull Racing ging gegen das Urteil vor, weil Isack Hadjar durch die Entscheidung, Gaslys Strafen zu streichen, seinen dritten Platz verlor. Und McLaren ärgerte sich über die Strafe von Piastri, die dieser abgesessen hatte und die deshalb schwerlich zurückgenommen werden kann.
Auch Mercedes reichte fristgerecht einen Antrag auf Überprüfung des neuen Monaco-Ergebnisses ein, denn George Russell gehörte nicht nur zur Gruppe der Bestraften, der Brite verlor auch wichtige Punkte, weil die Strafe nicht regelkonform abgesessen wurde, weshalb er zusätzlich eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam. Dennoch zog Mercedes den Antrag wieder zurück, wie die FIA am Freitagabend mitteilte.
Das Team von Toto Wolff hat den Rückzug bestätigt und auch einen Grund für den Rückzug des Antrags geliefert. «Wir können bestätigen, dass wir unseren Antrag auf Überprüfung zurückgezogen haben, was die Strafen angeht, die George Russell während des Monaco-GP kassiert hat. Nach der Entscheidung, die Zeitstrafe gegen Pierre Gasly aufzuheben, war es für uns wichtig, alle verfügbaren Optionen zu prüfen, um die Auswirkungen von Georges Strafe wegen der Überschreitung des Tempolimits in der Boxengasse auf sein Rennergebnis zu berücksichtigen», erklärt der Rennstall aus Brackley und Brixworth in einem Statement.
Darin heisst es weiter: «Wir hatten während des Rennwochenendes in Barcelona nur ein begrenztes Zeitfenster, um unser Recht auf Überprüfung geltend zu machen, und haben davon Gebrauch gemacht, um uns diesbezüglich unsere Position zu sichern. Unsere anschließenden gemeinsamen Gespräche mit der FIA und der Formel 1 haben gezeigt, dass sie entschlossen sind, die besonderen Umstände des Grand Prix von Monaco zu überprüfen und die Faktoren, die dazu geführt haben, proaktiv anzugehen. Angesichts dieser klaren Entschlossenheit sind wir zum Schluss gekommen, dass eine weitere Verfolgung unseres Antrags auf Überprüfung weder unserem Team noch dem Sport dienen würde, und haben daher unseren Antrag zurückgezogen.»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte den Antrag mit dem Wunsch begründet, mit am Tisch sitzen zu wollen, wenn Entscheidungen getroffen werden. Es sei eine Frage des Prinzips, dass man Klarheit in der Frage suche, wie man mit Strafen im Rennen umzugehen habe, betonte der Wiener nach dem jüngsten Rennen in Barcelona.
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