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MotoGP: Keine Wertschätzung des Sachsenring-GP durch die Bundespolitik

Die wirtschaftliche Strahlkraft des MotoGP-Events auf dem Sachsenring ist unbestritten und belegbar. Als nichtolympischer Sport fristet er in der bundespolitischen Wahrnehmung ein kümmerliches Dasein.

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Der Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring ist bekanntermaßen ein riesiges Fan-Fest. Doch auch für so manche Kasse im Umland sind die unmittelbaren und mittelbaren Veranstaltungstage wahre Feiertage. Leider nicht für den lokalen Promoter.

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Wie der Vorsitzende des ADAC Sachsen, Klaus Klötzner, beim «Media Kick-Off» in Leipzig zur Einstimmung auf den diesjährigen LIQUI MOLY Grand Prix of Germany vom 10. bis 12. Juli auf dem Sachsenring informierte, ging die im vorigen Jahr bereits kommunizierte Vertragsverlängerung bis einschließlich 2031 «… mit deutlich höheren Lizenzgebühren» einher.

Gleichzeitig führte Robert Dorn, einer von zwei Geschäftsführern der vom ADAC und ADAC Sachsen mit Gesamtorganisation beauftragten Sachsenring Event GmbH (SEG), dazu aus, dass man nach wie vor bestrebt ist, diese höheren Kosten ohne Preissteigerungen bei den Tickets zu kompensieren. Bisher mit Erfolg.

So sucht man immer wieder nach Mitteln und Wegen, Mehrwerte zu schaffen, die man letztendlich berechtigt versucht zu versilbern. So gibt es in diesem Jahr erstmals an den drei Trainings- und Renntagen Freitag, Samstag und Sonntag auf 500 Stück limitierte geführte einstündige Paddock-Touren durch die Fahrerlager 1 und 2 zum Preis von 120 Euro pro Person, die auch «normale» Rennfans erwerben können. Der «Pitwalk» am Donnerstagnachmittag wird zeitlich auf zwei Stunden erweitert, wobei die bis zu 2.000 Inhaber der 30-Euro-Tickets erstmalig auch die Gelegenheit bekommen, auf der Start- und Zielgeraden zu flanieren und zu posieren.

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Den Event-Charakter will man in diesem Jahr mit dem Family Day am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr mit Ponyreiten, Torwandschießen, Kinderschminken, Präsentationen des AMC Sachsenring mit seinen Nachwuchsrennfahrern aus den Bereichen Pocket- und Mini-Bike und vielen weiteren Aktionen stärken. Derzeit wird auch noch an einem Public-Viewing am Abend von der Fußball-WM gebastelt, im Idealfall mit einem Match mit den für Deutschland agierenden Spielern. «Mit unserer diesjährigen Eröffnungszeremonie folgen wir einem Trend aus den USA mit einer Air Show. Da muss immer am Himmel irgendwas passieren und es muss knallen», verriet Robert Dorn des Weiteren.

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«Das Fan-Wohl liegt uns sehr am Herzen. Wir wollen, dass der ganzen Familie etwas geboten wird und sie schöne Erlebnisse weitertragen», so Robert Dorn. Nach offiziellen Umfrage-Erhebungen beurteilen 96 Prozent der befragten Fans den Sachsenring-GP als sehr gut und 93 Prozent würden den Event weiterempfehlen.

Das Thema gestiegene Lizenzgebühren verknüpfte Klaus Klötzner mit der wirtschaftlichen Bedeutung für das immer größer werdende Einzugsgebiet. So sagte er: «Die wirtschaftliche Bedeutung des Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring sollte bald auch in Berlin allen klar werden. Die Übernachtungen gehen mittlerweile bis weit nach Thüringen rein und bis an die deutsch-tschechische Grenze. Der Grand Prix ist es also wert, von höchster politischer Ebene unterstützt zu werden.»

Dazu ergänzte Robert Dorn: «Wir haben mit dem GP eine Umsatzrendite von 130 Millionen Euro, aber da Motorsport nicht olympisch ist, schert sich da in Berlin kaum jemand drum. Olympia wollen sich Deutschland bzw. bestimmte Regionen einfach mal leisten, da ist Geld nebensächlich und kann auch mit einem Minus enden. Von der sächsischen Landesregierung erfahren wir viel Zuspruch und werden auch gut unterstützt, doch betrachten wir das auch von Seiten des Bundes als förderwürdig.»

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Zumindest einen zusätzlichen Image-Gewinn verspricht man sich von der Aufnahme der «Fankultur am Sachsenring» in die Sächsische Landesliste des Immateriellen Kulturerbes und damit verbunden, gegebenenfalls zum Weltkulturerbe erhoben zu werden. «Der Sachsenring wird nächstes Jahr 100 und der Motorrad-Grand-Prix von Deutschland wird seit 1998 alljährlich hier ausgetragen. Entscheidender Faktor für diese langen Traditionen sind die Fans. Als wir die Idee geboren haben, als erste Veranstaltung, noch vor den weltgrößten Fußballvereinen oder sonstigem, diesen Antrag zu stellen, war es nie unser Ansatz, darüber Geld zu generieren, sondern unsere Fans zu würdigen, die den Sachsenring zu dem gemacht haben, was er heute ist.»

Nun, als Kult-Rennstrecke geht der Sachsenring schon mal überall durch und ist diesbezüglich über jeden Zweifel erhaben.

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