Nach Catalunya-Schocker: MotoGP-Sportchef zu Plänen für mehr Sicherheit
Im Rahmen des Italien-GP sprach der sportliche Leiter MotoGP im Live-Feed über den schockierenden Catalunya-GP. Ezpeleta hat ein Bündel an Vorschlägen zur Verbesserung der Sicherheit auf dem Tisch.
Jeder Fan der MotoGP hat die Bilder noch im Kopf: Die
Das gilt besonders für den Crash von Honda-Ass Johann Zarco. Der Franzose war unmittelbar nach dem (zweiten) Start in der Anbremsphase im Sog zu Fall gekommen und in das Bike von Ducati-Werksfahrer Francesco Bagnaia gekracht. Den 35-Jährigen wickelte es förmlich in die Ducati Desmosedici, das linke Bein Zarcos steckte zwischen Schwinge und Heck des Prototyps.
Sowohl der Unfall selbst als auch die Tatsache, dass Zarco ins Motorrad geriet, beschäftigen nicht nur die Öffentlichkeit, auch die MotoGP selbst diskutiert die Geschehnisse unter vielen Gesichtspunkten, wie Carlos Ezepeleta am Freitag in Mugello berichtete. Der Spanier, Sohn von MotoGP-CEO Carmelo Ezepeleta und sportlicher Leiter der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft, sagt im Live-Feed: «Zuerst möchte auch ich noch einmal zum Ausdruck bringen, dass es das Allerwichtigste ist, dass es Alex und Johann den Umständen entsprechend gut geht. Wir sind sehr erleichtert.»
Dann wies der formale Chef aller Abläufe noch einmal auf die korrekten Prozesse hin: «Bei aller verständlicher Aufregung, wir haben während des Events das umgesetzt, was wir uns selbst als Maßstab gesetzt haben, und sind davon zu keinem Zeitpunkt abgewichen. Wir können und werden jederzeit über alle Themen sprechen, aber ich stehe vor diesem Hintergrund auch zu der Entscheidung, dass wir einen dritten Start durchgeführt haben. Es war eine faire Behandlung, wissend, dass auch die Verunfallten bei Bewusstsein und in besten Händen sind.»
Dann sprach Ezpeleta offen die möglichen Felder für eine Optimierung der Sicherheit an. Dabei kamen gleich vier Themen auf den Tisch, die der sportliche Leiter der MotoGP mit in die folgenden Treffen der Sicherheitskommission nehmen will. «Erstens geht es um die Startaufstellung. Das ist ein sehr großes Thema, aber wir werden uns auch ansehen, ob es Sinn macht, die Fahrer anders aufzustellen und mehr Platz zu schaffen in der ersten Phase des Starts und bei der Anfahrt zur ersten Kurve.»
Punkt 2 laut Carlos Ezpeleta: «Dann geht es um die Startvorrichtungen (Anm. d. Red. ‚Holeshot-Device») und die Frage, ob ein Verbot eine Verbesserung der Sicherheit bringen würde. Hier wird auch der weitere Austausch mit den Fahrern sehr wichtig sein.» Die weiteren Bereiche betreffen mögliche Änderungen oder Vorrichtungen an den Bikes. Konkret denken wir darüber nach, auch einen Schutz zu definieren, der das verhindern soll, was Johann passiert ist. Eine Art Abdeckung zwischen Schwingen und Hecke, das wäre ein Ansatz.»
Auch der Vorfall mit Pedro Acosta und Alex Marquez spielte bei den Überlegungen der MotoGP-Ausrichter eine Rolle. Ezpeleta: «Der vierte Aspekt ist die Überlegung, an den Bikes eine Warnvorrichtung zu haben, die im Falle eines Defekts – wie zuletzt am Bike von Pedro – aktiviert wird. Wobei wir uns einig sind, dass in dem konkreten Fall auch das wohl nicht verhindert hätte, so nah wie Alec hinter Pedro fuhr.»
Zugleich sagte der verantwortliche Manager: «Auch wenn die Sicherheit Priorität hat, wir reden bei den meisten der Punkte von Änderungen, die wir frühestens zum Start der Saison 2027 umsetzen könnten. Insbesondere das Thema «Startaufstellung» würde eine massive Änderung bedeuten, die wir sehr genau bewerten müssen.»
Eine Ausnahme bilden die Starthilfen, wie Carlos Ezpeleta abschließend zu Protokoll gab: «Bekannt ist ja, 2027 wird das Hole-Shot-Device nicht mehr erlaubt sein. Diese Diskussion müssen wir also eher zu Ende führen, wenn wir noch etwas im Sinne der Sicherheit verändern wollen.»
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