Di Giannantonio (VR46) trotz Schmerzen und «wenig Energie» im MotoGP-Hoch
Bestzeit im FP1, Platz 1 im wichtigen MotoGP-Zeittraining von Mugello. VR46-Ducati-Ass Fabio Di Giannantonio befindet sich weiter im Leistungshoch und arbeitet in der Heimat trotz Handicap fehlerfrei.
Auch die leichte Handverletzung, die sich Fabio Di Giannantonio beim Catalunya-GP zugezogen hatte, kann den Italiener nicht von weiteren MotoGP-Heldentaten abhalten. Dem GP-Sieg in Barcelona ließ «Diggia» einen starken ersten und zweiten Aufschlag in Mugello folgen. Platz 1 im FP1, Platz 1 im wichtigen Zeittraining – der Italien-GP hätte nicht besser beginnen können.
Große Erleichterung dürfte der Freitag von Mugello auch den Hausherren von Ducati verschafft haben. Wäre nicht KTM-Pilot Bastianini auf Platz 3 geprescht, hätten alle sechs Bikes aus Borgo Panigale die vorderen Ränge belegt. So oder so, eine klare Botschaft auch an die Rivalen aus Noale.
Dank der sehr geringen Zeitabstände – Marc Marquez verlor auf P6 nur 0,202 sec, Bagnaia als Zweiter 0,091 sec – kann von einer Überlegenheit dennoch keine Rede sein. Entsprechend fiel es dem derzeitigen Strahlemann der MotoGP leicht, die Erwartungen am Boden zu halten. Di Giannantonio: «Es war ein sehr guter, aber auch sehr anstrengender Tag – ich freue mich auch für das ganze Team, das in den letzten Wochen in jeder Hinsicht extrem gefordert war. Dass wir heute mit konsequenter Arbeit wieder ganz vorne stehen, ist eine wunderbare Bestätigung. Über die Resultate brauchen wir also nicht zu reden.»
Der Frontmann des VR46-Projekts weiter: «Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, denn besonders nach dem FP1 hatte ich Magenprobleme und musste Medikamente nehmen, ich habe mich nicht gut gefühlt. Mein Energielevel war sehr niedrig. Dazu kommen die Probleme mit den Fingern. Ich bin heute erstmals wieder damit gefahren und es war weit weg von ideal, denn ich kann sie nicht komplett anwinkeln. Es hat mich schon etwas behindert, denn du brauchst nicht nur in Mugello auf dem MotoGP-Bike 100 Prozent deines Körpers.»
Applaus gab es für den Techniker und seinen Untersatz: «Wir haben vielleicht nicht genug Runden gehabt, um alles perfekt auszuloten, wir haben ein wenig bei der Gewichtsverteilung probiert und die Einstellungen haben sehr gut funktioniert. Das Motorrad steht wirklich sehr gut da.»
Das Schneeball-Prinzip funktioniert auch im Sommer
Angesprochen auf seine kontinuierlichen Spitzenleistungen hielt der WM-Dritte fest: «Leistungssport funktioniert nach dem Schneeball-Prinzip. Wenn es schlecht läuft, wird es noch schlechter. Wenn es aber läuft, dann kann man sich weiter steigern. Mir ist es wohl gelungen, aus den guten Erfahrungen gleich zu Beginn der neuen Saison noch stärker hervorzugehen.»
Mit elf Punkten Rückstand auf den WM-Zweiten Jorge Martin könnte Fabio Di Giannantonio bei seinem Heimrennen sogar weiter aufsteigen. Rechnerisch wäre sogar die Übernahme der WM-Führung möglich. Marco Bezzecchi hat 26 Zähler Vorsprung. An einem MotoGP-Wochenende werden 37 Punkte vergeben.
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