Norman Rank über Assen-Sieger Ai Ogura: «Es hat sich angekündigt!»
Der deutsche Moto2-Crew-Chief Norman Rank hat Ai Ogura acht Jahre lang begleitet. Er freut sich über dessen Debüt-Sieg in der MotoGP. Wie er den anstehenden Wechsel des Japaners zu Yamaha beurteilt.
Ai Ogura (Trackhouse Aprilia) hat in Assen den Grand Prix gewonnen. Ein historischer Moment – es war der erste japanische Triumph in der Königsklasse seit Makoto Tamada 2004. Bis 2024 war der deutsche Crew-Chief Norman Rank an der Seite des Japaners – er hatte Ogura vom Asia Talent Cup heraus acht Jahre lang unter seinen Fittichen. Rank arbeitet derzeit bei Marc VDS in der Moto2-WM. In ihrer gemeinsamen Zeit hat sich zwischen den beiden fast eine Art Bruder-Beziehung entwickelt, die 2024 mit dem WM-Titel in der Moto2-Klasse gekrönt wurde.
Gefeiert hat Ogura nach den diversen Verpflichtungen in Assen auch später im engen Kreis nicht wirklich ausgelassen. Norman Rank berichtete: «Wir haben uns schon im Parc fermé gesehen. Wir haben uns dann nochmals im Truck getroffen und uns gemeinsam gefreut. Ai hat ja kein eigenes Motorhome. Aber dann musste Ai zum Flughafen nach Amsterdam, er ist nach Japan geflogen. Das macht er in diesem Jahr immer, wenn es keine Back-to-Back-Wochenenden gibt. Sonst reist er nach Barcelona.»
Zum Sieg in Assen sagte Rank: «Es hat sich angekündigt! Ai ist ein ganz anderer Typ als Marc Marquez oder Valentino Rossi. Er sagt immer, er versucht die Antwort auf der Strecke zu geben. Wenn er mal Dritter wird, dann waren halt zwei andere besser an dem Tag.» Zu den eher knappen Antworten von Ogura gegenüber der Presse kann Rank nur schmunzeln. «So ist er eben. Die Leute glauben, sie können etwas aus ihm herauskitzeln. Aber er bekommt das schon mit. Er ist auch nicht wie die Japaner früher – er spricht perfektes Englisch.»
Der anstehende Wechsel von Ogura zu Yamaha in der Saison 2027 können einige Beobachter nicht nachvollziehen. «Die Leute, die jetzt Kommentare abgeben, haben auch wenig Ahnung. Wenn ihm Aprilia ein Angebot gemacht hätte, wäre er zu 99,9 Prozent geblieben. Aber ich glaube auch, dass Yamaha mit dieser Manpower wieder rankommen wird.»
«Ein Werksteam ist einfach etwas ganz anderes. Da geht es um den Support, die Manpower, die Updates und vieles mehr», betonte Rank. «Das Duo ist top: Jorge Martin und der kühle Arbeiter Ogura. Ich denke, es war ein cleverer Schachzug von Yamaha. 2027 werden die Bikes und die Reifen neu sein. Wenn Ai den Move zum Werksteam nicht gemacht hätte, dann hätte er bis 2029 warten müssen.»
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