Hoffnung und Angst: In welchen Bereichen sich die MotoGP verändern will
Der US-Konzern Liberty Media hat für 4,3 Milliarden Euro 86 Prozent der MotoGP gekauft und damit das Ruder übernommen. Während die Hersteller und Teams hoffen, fürchten viele Fans Veränderungen.
Alles, was bei Fans, Teams und Herstellern nach der Übernahme der MotoGP durch Liberty Media heute über die Zukunft der Meisterschaft zu hören ist, gab es in sehr ähnlicher Form vor knapp zehn Jahren schon einmal, als der US-Konzern im Januar 2017 die Formel 1 schluckte. Einige Traditionalisten und Puristen können mit der Königsklasse auf vier Rädern seither nicht mehr viel anfangen, weltweit gesehen erlebt die Formel 1 aber einen enormen Boom.
Die MotoGP wird nie so groß werden wie die Formel 1, darin sind sich alle Beteiligten einig. Die Zweiradfraktion erhofft sich durch Liberty aber sehr wohl einen Aufschwung, ohne in Utopien abzudriften. Am 19. Juni 2026 wurde der
Während sich die Hersteller positiv über das Abkommen äußern,
Diese Ideen gab es schon vor Liberty Media
Sportdirektor Carlos Ezpeleta versucht die Gemüter zu beruhigen und stattdessen zu erklären, in welchen Bereichen sich die MotoGP in den kommenden Jahren anders präsentieren will. «Schon bevor unsere Organisation akquiriert wurde, haben wir uns damit beschäftigt, wie wir Inhalte medial besser verteilen können», so der Spanier. «Wir haben uns angeschaut, wie es die Besten machen, und über unsere Strategie nachgedacht. Es gibt viele grandiose Geschichten in der MotoGP – wir wollen den Fans zuhause vermitteln, wie es ist, ein MotoGP-Wochenende live zu erleben. Wir müssen ins Schaufenster stellen, wie großartig unser Sport ist. Das kommt in unseren TV-Übertragungen, und auch auf anderen Plattformen, bislang zu kurz. Natürlich wird es dadurch kein riesiges Wachstum geben, weil bereits über 3,5 Millionen Menschen pro Jahr zu den Events kommen – das lässt sich nicht verzehnfachen.»
Wir müssen ins Schaufenster stellen, wie großartig unser Sport ist.carlos ezpeleta
«Wir müssen die Menschen auf anderen Wegen zu MotoGP-Fans machen», unterstrich Ezpeleta. «Jeder, der zu einem Rennen kommt, verliebt sich sofort in den Sport. Aber wir können nicht hunderte Millionen Menschen durch die Türe bringen. Den heutigen Fans möchte ich sagen, dass wir mit den gleichen Dingen neue Fans gewinnen wollen, mit denen wir sie gewannen.»
Der MotoGP-Manager hielt fest, dass dazu in der Außendarstellung und Kommunikation neue Wege eingeschlagen werden müssen. «Definitiv können wir auch in Frankreich, Spanien oder Italien noch Fans dazugewinnen», bemerkte Ezpeleta. «In anderen Märkten gibt es aber größere Möglichkeiten. Wir haben verglichen mit anderen Sportarten bereits eine recht junge und sehr engagierte Fanbasis. Weibliche Fans dürften es mehr sein, ihnen müssen wir den richtigen Zugang zeigen. Vereinfacht gesagt müssen wir dafür sorgen, dass es leichter wird, ein MotoGP-Fan zu werden. Wir sind in diesem Geschäft, weil wir dafür sorgen wollen, dass dieser Sport so vielen Menschen wie möglich das Maximale bedeutet. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Pfade – über Merchandise, über Inhalte, über Fahrerpersönlichkeiten. All das müssen wir kanalisieren.»
Wir müssen dafür sorgen, dass es einfacher wird, ein MotoGP-Fan zu werden.carlos ezpeleta
Das aktuelle Konzept bleibt bestehen
Zumindest mittelfristig wird nichts am Format geändert. Es bleibt bei den drei WM-Kategorien MotoGP, Moto2 und Moto3, wenn auch mit anderem technischem Konzept in der MotoGP und
«Wir sind sehr glücklich mit diesem Format», hob Ezpeleta junior hervor. «Es werden nie alle zufrieden sein, aber die fünf Hersteller und wir sind es. Es wird auch immer so sein, dass über gewisse Dinge diskutiert wird, etwa, ob es in der MotoGP ein Warm-up geben soll oder nicht.»
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