Gerloff (Kawasaki) über Ducati-Dominanz: «Es gibt keine einfache Lösung»
Nicolo Bulega gewinnt nach Belieben, Ducati dominiert die Superbike-WM 2026. Garrett Gerloff sieht Handlungsbedarf – warnt aber davor, erfolgreiche Hersteller für ihre Arbeit zu bestrafen.
Der Blick auf die Zwischenstände der Superbike-WM 2026 spricht eine deutliche Sprache: Nach sieben von zwölf Rennwochenenden hat Ducati sämtliche 21 Saisonrennen gewonnen – Nicolo Bulega ist seit dem zweiten Estoril-Rennen im Oktober 2025 ungeschlagen. In der Herstellerwertung führt Ducati mit 434 Punkten klar vor Bimota (192), BMW (127), Yamaha (116), Kawasaki (91) und Honda (18). Auch in der Fahrer-WM liegen mit Bulega, Iker Lecuona und Yari Montella drei Ducati-Piloten an der Spitze.
Für Garrett Gerloff, der als WM-Elfter die einzige Kawasaki im Feld pilotiert, ist die Situation alles andere als einfach. Gegenüber SPEEDWEEK.com räumte der US-Amerikaner ein, dass das Kräfteverhältnis zunehmend zur Herausforderung für die gesamte Meisterschaft werde.
Vor dem Rennwochenende in Most hatte Ducati-Technikkoordinator
Limitierungen für die Seriensieger oder Zugeständnisse für die Schwachen?
Gerloff sieht die Thematik differenziert. «Ducati gehört seit jeher zu den Herstellern, die um die Spitze kämpfen. Aber Kawasaki hat mit Johnny Rea sechs Jahre lang die Meisterschaft dominiert. Damals gab es ebenfalls Restriktionen, die Johnny das Leben schwerer machen sollten. Trotzdem wurde er weiter Weltmeister.»
Der Kawasaki-Pilot betonte, dass alle Beteiligten mit großem Einsatz auf Erfolge hinarbeiten. «Wir arbeiten alle hart daran, unsere Ziele zu erreichen – Rennen und Meisterschaften zu gewinnen. Ducati hat im Moment ein wirklich gutes Motorrad. Gleichzeitig gab es viele Jahre, in denen sie den Titel eben nicht gewonnen haben.»
Genau darin sieht Gerloff den schwierigen Spagat für die Verantwortlichen. «Es ist schwierig, alles fair zu halten und denjenigen gleichzeitig den Erfolg zu gönnen, die so hart dafür gearbeitet haben. Dafür die richtige Balance zu finden, ist wirklich nicht einfach.»
Eine Patentlösung hat der Amerikaner selbst nicht. Dennoch hofft er, dass die Serie langfristig spannend bleibt. «Ich möchte nicht, dass die Meisterschaft an Interesse verliert, weil die Rennen weniger spannend werden. Wir alle wollen guten Rennsport sehen, denn davon profitieren am Ende alle.»
Ob die Lösung darin liege, die erfolgreichsten Hersteller einzubremsen oder die Konkurrenz näher an deren Niveau heranzuführen, könne er nicht beantworten. «Ich weiß nicht, was die richtige Lösung ist. Vermutlich kostet eine Variante deutlich weniger Geld als die andere – wahrscheinlich spielt das eine Rolle. Aber ich finde, dass Menschen, die hart arbeiten, ihren Erfolg auch genießen sollten.»
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