Ogura (Aprilia) nach Beinahe-Crash mit Bezzecchi: «War allein mein Fehler!»
Als Ai Ogura im MotoGP-Sonntagsrennen in Sepang Marco Bezzecchi angriff, stockte den Fans kurz der Atem. Der Trackhouse-Aprilia-Pilot schilderte nach dem Grand Prix seine Sicht auf die Situation.
Das MotoGP-Wochenende in Sepang war für Aprilia ein desaströses. Nicht nur, dass Speerspitze Jorge Martin den Versuch, mit verletztem Handgelenk seine WM-Chance zu wahren, abbrechen musste, auch Marco Bezzecchi konnte seine verbliebenen Ansprüche auf die WM-Krone nicht untermauern. Der Zweikampf zwischen dem Italiener und Ai Ogura passte da ins Bild, als sich der Fahrer des Aprilia-Satellitenteams Trackhouse am Werkspiloten vorbeidrückte und sich den vierten Platz sicherte.
Beim ersten Versuch des Japaners kam es zum Kontakt zwischen den beiden Aprilia RS-GP, Carbonteile flogen: «Der Kontakt war allein mein Fehler!», gab Ogura sofort zu. «Als wir gemeinsam in die erste Kurve eingebogen sind, wusste er, dass ich probieren würde, ihn zu überholen. Er hat spät gebremst und ist deshalb von der Ideallinie abgekommen. Ich habe die Möglichkeit gesehen, an ihm vorbeizugehen, habe jedoch nicht erwartet, dass er versuchen würde, auf die Ideallinie zurückzukommen. Ich habe erwartet, dass er daneben bleiben würde, um stattdessen die zweite Kurve besser anfahren zu können. Ich habe die Situation falsch interpretiert.»
Ein Gespräch mit Vertretern des Werksteams hatte Ogura zum Zeitpunkt seiner Interviewrunde noch nicht geführt: «Ich hatte keinen Kontakt mit der Aprilia-Führung. Aber ich werde zu Marco gehen, um mich persönlich zu entschuldigen. Wenn es in einem Zweikampf zu so hartem Kontakt kommt, ist man geschockt. Zum Glück ist keiner von uns gestürzt», meinte Ogura.
Ogura: «Für mich war das heutige Ergebnis das Maximum!»
Von Platz 4 war der Mann mit der Nummer 79 ins Rennen gestartet. Er und Bezzecchi kämpften im MotoGP-Sonntagsrennen um die gleiche Position. Aus der ersten Runde konnte sich der Moto2-Weltmeister von 2024 vor «Bez» auf Rang 4 behaupten, danach fiel er auf Position 5 zurück. Erst im letzten Viertel des Grand Prix folgte Oguras Schlussattacke: «Wenn ich es geschafft hätte, zu Beginn vor Bez zu bleiben, dann wäre das für mich ein anderes Rennen geworden. Ich habe aber meine Reifen mehr geschont, als der Rest es tat. Sich die Reifen richtig einzuteilen war das Wichtigste», war sich Ogura sicher. «Die Fahrer, die vor mir ins Ziel gekommen sind, haben sich ihr Rennen besser eingeteilt. Für mich war das heutige Ergebnis das Maximum.»
Der vierte Platz war eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als Ai Ogura im Sprintrennen nicht über Rang 12 und im Grand Prix am Sonntag nicht über den zehnten Platz hinauskam: «Sepang ist der Kurs, auf dem wir die größten Schwierigkeiten haben. Dieses Jahr waren wir aber viel näher dran an der Spitze als in den letzten Jahren. Ich habe dieses Ergebnis erwartet.»
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